JÁCHYMOV – SUPERLATIVE UND ERSTE LEISTUNGEN
Beiträge
DIE ERSTE BERGBAUSCHULE DER WELT
1. 6. 2026
Im Jahr 1716 entstand in Jáchymov eine Institution, die die Ausbildung von Bergbaufachleuten veränderte. Die erste staatlich organisierte Fachschule für Bergbau der Welt verband theoretischen Unterricht, praktische Erfahrungen und wissenschaftlichen Ansatz und wurde zum Vorbild für weitere Bergbauschulen in Europa. Jáchymov brachte der Welt somit nicht nur Silber, den Taler oder später Radium, sondern auch eine neue Idee – dass Bergbau nicht nur ein Handwerk ist, das von Generation zu Generation weitergegeben wird, sondern ein Fachgebiet, das systematisch studiert werden kann.
DIE ÄLTESTE ÖFFENTLICHE APOTHEKE IN DEN BÖHMISCHEN LÄNDERN
1. 6. 2026
Zu einer Zeit, als Jáchymov zu einem der bedeutendsten Bergbauzentren Europas wurde, entstanden unter dem Erzgebirge nicht nur neue Gruben, technische Verfahren und enormer Reichtum. Auch eine außergewöhnlich moderne Fürsorge für den Menschen entwickelte sich hier. Im Jahr 1526 entstand hier eine öffentliche Apotheke, die als die älteste belegte öffentliche Apotheke auf dem Gebiet der heutigen Tschechischen Republik gilt. Sie knüpfte an ein System der Gesundheitsversorgung für Bergleute an, das seiner Zeit in vielerlei Hinsicht voraus war.
DIE STADT, IN DER DAS BERGMÄNNISCHE HANDWERK ZUR WISSENSCHAFT WURDE
1. 6. 2026
In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts war Jáchymov nicht nur ein Ort, von dem Silber und die berühmten Taler in die Welt gelangten. Es wurde auch zu einem der bedeutendsten bergmännischen Laboratorien seiner Zeit. Genau hier wirkte der Arzt und Gelehrte Georgius Agricola, der durch seine Beobachtungen der hiesigen Gruben, Bergleute und hüttentechnischen Verfahren die Grundlagen der modernen Montanwissenschaft legte. Dank Jáchymov begannen sich Erfahrungen, die über Generationen weitergegeben wurden, in ein systematisch beschriebenes Wissenschaftsgebiet zu verwandeln.
DIE STADT, IN DER DIE RADIOAKTIVE BEHANDLUNG BEGANN
1. 6. 2026
Zu einer Zeit, als die Welt gerade erst begann, die Geheimnisse der Radioaktivität zu entdecken, verwandelte Jáchymov eine wissenschaftliche Entdeckung in eine neue Form der Behandlung. Im Jahr 1906 entstanden hier die ersten Radonheilbäder der Welt, die begannen, natürliches radioaktives Wasser systematisch zu therapeutischen Zwecken zu nutzen. Die Bergbaustadt, die über Jahrhunderte vor allem durch Silber, den Taler und Uran bekannt war, eröffnete damit ein neues Kapitel des weltweiten Kurwesens.
BEVOR URAN REAKTOREN ANTRIEB, FÄRBTE ES GLAS
1. 6. 2026
Heute verbinden die meisten Menschen das Uran aus Jáchymov vor allem mit Radioaktivität und dem Atomzeitalter. Doch lange vor der Entdeckung der Kernspaltung hatte es eine völlig andere Verwendung. Aus den im Erzgebirge gewonnenen Erzen wurden Uranfarben hergestellt, die Glas und Keramik charakteristische gelbe, grüne und orange Farbtöne verliehen. Jáchymov stand somit auch am Anfang der ersten industriellen Nutzung eines Elements, das später die Welt verändern sollte.
EINE STRECKE VOLLER ÜBERRASCHUNGEN
1. 6. 2026
Sie war weder lang noch eine Hauptstrecke. Dennoch konnte sich die Jáchymover Eisenbahn unter die interessantesten Bahnstrecken der böhmischen Länder einreihen. Auf nur wenigen Kilometern verbarg sie außergewöhnliche technische Lösungen – eine der steilsten nicht mit Zahnrad betriebenen Bahnstrecken unseres Landes sowie den kürzesten Eisenbahntunnel der Tschechischen Republik mit einer Länge von nur 18,3 Metern. Die Strecke, die einst Jáchymov mit der Welt verband, lebt heute als Radweg entlang ihrer ursprünglichen Trasse weiter.
PETERMÜHLE – DIE ÄLTESTE ERHALTENE WASSERMÜHLE IN DER TSCHECHISCHEN REPUBLIK
1. 6. 2026
Jeder, der von Ostrov nach Jáchymov fährt, kommt in der Kurve unterhalb des ehemaligen Eisenbahntunnels an der markanten Ruine eines alten Gebäudes vorbei. Die meisten Menschen nehmen sie lediglich als Überrest eines aufgegebenen Betriebs wahr. Nur wenige wissen jedoch, dass sie auf ein außergewöhnlich wertvolles technisches Denkmal blicken. Die Petermühle, ursprünglich Petermühle genannt, entstand in den Jahren 1525–1530 und gilt als die älteste erhaltene Wassermühle auf dem Gebiet der Tschechischen Republik.
JÁCHYMOV – DIE REICHSTE MINERALOGISCHE FUNDSTÄTTE DER WELT
1. 6. 2026
Über Jahrhunderte suchten die Menschen im Untergrund von Jáchymov vor allem nach Silber, später nach Kobalt und Uran. Der wahre Reichtum der hiesigen Berge ist jedoch weitaus vielfältiger. Jáchymov gehört zu den bedeutendsten mineralogischen Fundstätten der Welt und stellt dank der außergewöhnlichen Anzahl entdeckter Mineralarten ein einzigartiges natürliches Labor dar. Der Ort, der der Welt die berühmten Taler schenkte, half auch dabei, Dutzende Mineralien zu entdecken, die der Mensch zuvor nicht kannte.
WENZEL PAYER – DER ARZT, DER ERSTMALS KRANKHEIT MIT DEM BERUF IN VERBINDUNG BRACHTE
1. 6. 2026
In einer Zeit, in der Krankheit häufig vor allem als Schicksal des Einzelnen betrachtet wurde, kam der Arzt Wenzel Payer aus Elbogen mit einer ungewöhnlich modernen Sichtweise. Aufgrund seiner Erfahrungen aus dem Umfeld der Jáchymover Bergwerke machte er auf den Zusammenhang zwischen der Arbeit der Bergleute und ihren gesundheitlichen Problemen aufmerksam. Im Jahr 1523 veröffentlichte er eine Schrift über die Krankheiten der Bergleute, die zu den Anfängen der Arbeitsmedizin zählt.
DIE ERSTE MECHANISCHE BEWETTERUNG EINES BERGWERKS
1. 6. 2026
Zu einer Zeit, als die Jáchymover Gruben immer tiefer in das Innere des Erzgebirges vordrangen, stießen die Bergleute auf ein Problem, das man nicht sehen konnte, das aber über die Möglichkeit des weiteren Abbaus entschied – den Mangel an Luft. Im Jahr 1522 wurde im Bock-Stollen, auch Pock-Stollen genannt, ein Blasebalggebläse zur erzwungenen Luftzufuhr eingesetzt. Es handelt sich um eines der ältesten bekannten Beispiele für die mechanische Bewetterung eines Bergwerks weltweit.


