BRAUNSTEIN – MÄDCHENSPRUNG
Die Wachburg Braunstein
Zu Beginn des 13. Jahrhunderts stand auf dem Felsen die kleine Wachburg Braunstein. Gemeinsam mit den nahegelegenen Siedlungen Konradsgrün und Hanau wurde sie von Siedlern gegründet, die vom Kloster Tepl entsandt wurden, um das Gebiet zu kolonisieren.
Von hier aus bot sich ein weiter Blick in das Tal, durch das die Siedler in das Erzgebirge vordrangen. Der Weg führte weiter zur Landesgrenze, sodass die Burg auch den Zugang ins Innere Böhmens sicherte.
Nach der Gründung von Jáchymov verlor Braunstein jedoch seine Bedeutung und verfiel. Seine Existenz ist in der Chronik von Johann Mathesius belegt, der die Ruinen persönlich besuchte.
Kurweg und Pavillon
Mehrere Jahrhunderte blieb der Ort verlassen, obwohl sich in seiner Nähe der städtische Richtplatz befand und allmählich Häuser entstanden.
Erst nach der Gründung des Kurortes wurde hier ein Ausflugsweg angelegt. Der damals abgeholzte Hang bot Ausblicke auf die Straße nach Ostrov, auf die umliegenden Hügel sowie auf das entstehende Kurviertel. Zur Erhöhung der Sicherheit der Gäste errichtete die Kurverwaltung am Rand des Felsens einen Pavillon.
Heute ist der Pavillon restauriert und besitzt ein neues Dach, doch die inzwischen hoch gewachsenen Bäume nehmen ihm nahezu jede Aussicht.
Die Sage vom versunkenen Schloss
Die älteste Sage erinnert an die Burg Braunstein. Ihr zufolge versank die Burg samt ihrem grausamen Herrn in der Hölle, nachdem er seine Tochter ermordet hatte, weil sie sich weigerte, den von ihm bestimmten Mann zu heiraten. Die junge Frau soll bis heute den silbernen Schatz bewachen, den ihr Vater in den Kellern versteckt hatte.
Der Mädchensprung
Die zweite Überlieferung beruht auf einem realen Ereignis. Im Jahr 1896, als unterhalb des Felsens die Eisenbahnlinie gebaut wurde, sprang hier ein junges Mädchen aus unglücklicher, unerwiderter Liebe zu einem der Arbeiter in den Tod. Seitdem trägt der Ort den Namen Mädchensprung.
Die Tragödie der Anna Held
Ein weiterer tragischer Vorfall erinnert an Anna Held aus Jáchymov. Sie wurde an diesem Ort von dem Eisenbahnarbeiter Franz Wolf ermordet. Ironischerweise waren beide verlobt und standen kurz vor ihrer Hochzeit.
Zugang
Der bequemste Zugang führt von der Smetanova-Straße aus. Der etwa 600 Meter lange Weg verläuft eben und ist als gelber Kur-Rundweg markiert.


