VENCESLAUS PAYER (1488–1537)
Herkunft und Ausbildung
Venceslaus Payer (auch Bayer oder Beyer geschrieben) wurde 1488 in Elbogen (Loket) geboren. 1508 begann er sein Studium an der Universität Leipzig, wo er Philosophie studierte. 1510 erwarb er den Grad eines Baccalaureus, 1512 wurde er Magister.
Später wandte er sich dem Medizinstudium zu. 1519 ging er nach Italien und studierte 1520 Medizin in Bologna. Während seines Aufenthalts besuchte er mehrere italienische Kurorte und verglich sie mit der Karlsbader Quelle.
1521 hielt er Vorlesungen über Medizin an der Universität Leipzig.
Arzt in St. Joachimsthal
Im selben Jahr trat er als Hofarzt in die Dienste der Familie Schlik. Zwischen 1521 und 1525 wirkte er zugleich als Stadtarzt in St. Joachimsthal, das damals zu den bedeutendsten Bergstädten Europas gehörte.
Hier begann er sich intensiv mit den gesundheitlichen Problemen der Bergleute zu beschäftigen.
Erste Beschreibung der Bergmannskrankheit
1523 veröffentlichte er in St. Joachimsthal die Schrift Über die Berufskrankheiten der Bergleute. Darin beschrieb er eine besondere Krankheit, die er bei den Joachimsthaler Bergleuten beobachtete und die später als „Bergmannskrankheit“ bezeichnet wurde.
Diese Arbeit gilt als einer der ersten wissenschaftlichen Texte über arbeitsbedingte Krankheiten und macht Payer zu einem der Begründer der Arbeitsmedizin.
Weitere Werke
Nach seiner Rückkehr nach Leipzig setzte er seine wissenschaftliche Tätigkeit fort.
Zu seinen weiteren Arbeiten gehören:
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Abhandlung über Karlsbad (1522)
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Über die englische Schweißkrankheit (1529)
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Traktat über die Pest (1530)
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Über die Bedeutung des Herzens (1535)
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eine polemische Schrift gegen Dr. Sebastian Roth aus Auerbach
Nach seinem Weggang aus Joachimsthal ließ Stephan Schlik 1526 zwei Medaillen mit Payers Bildnis prägen. Der Karlsbader Arzt Jean de Carro nahm später fälschlich an, dass Payer in diesem Jahr gestorben sei.
Tod
Venceslaus Payer starb in Leipzig zwischen dem 11. und 17. März 1537.


