HLOUŠEK JAN, RNDr. (1950–2014)
Leben
RNDr. Jan Hloušek wurde am 10. März 1950 in Karlsbad geboren. Schon in seiner Kindheit interessierte er sich für Mineralien, Gesteine und Naturwissenschaften. Er besuchte das Gymnasium, wo er 1968 das Abitur ablegte.
Sein weiteres Studium wurde beinahe durch einen schweren Unfall verhindert. In seinem Amateur-Labor kam es bei einem misslungenen Experiment zu einer Explosion, bei der er seine linke Hand im Handgelenk verlor.
Nach dem Abitur bewarb er sich mehrmals um ein Studium. Zunächst an der Hochschule für Chemisch-Technologische Studien in Prag und anschließend zweimal an der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Karls-Universität. Später stellte sich heraus, dass der Grund für seine Ablehnung nicht mangelnde Kenntnisse waren, sondern sein körperliches Handicap. Diese Tatsache entdeckte der damalige Dekan der Fakultät zufällig bei einem Gespräch mit Hloušeks Vater. Nach seinem persönlichen Eingreifen konnte Jan Hloušek schließlich ein Studium der Hydrologie beginnen. Bereits nach einem halben Jahr bestand er jedoch die notwendigen Ergänzungsprüfungen und wechselte zum Studium der Mineralogie.
Sein Studium schloss er 1976 mit der Promotion unter der Leitung von Professor František Čech ab. Sowohl seine Diplom- als auch seine rigorose Arbeit beschäftigten sich mit der Mineralogie von Jáchymov, insbesondere mit der Erforschung primärer und supergener Minerale des dortigen Erzreviers. Beide Arbeiten dienen bis heute als wichtige Informationsquelle.
Fachliche Tätigkeit
In den Jahren 1976 bis 1993 arbeitete RNDr. Hloušek im Institut für Erzforschung in Mníšek pod Brdy. Dort beteiligte er sich unter anderem an der Weiterentwicklung von Methoden der Röntgendiffraktion und verbesserte die Anwendung der Debye-Scherrer-Kammer in der Gandolfi-Methode.
Eine enge Beziehung zu Jáchymov hatte er jedoch schon früher. Um das Jahr 1977 lebte er dort kurzzeitig mit seinen Eltern im Gebäude der ehemaligen Apotheke gegenüber dem Rathaus. Im selben Jahr wurde das Gebäude jedoch durch einen Brand beschädigt, bei dem seine erste größere Sammlung von Mineralien und Gesteinen aus Jáchymov zerstört wurde.
Im Jahr 1993 zog er dauerhaft nach Jáchymov. Dort betrieb er einen Mineralienhandel, bestimmte und bearbeitete Minerale und widmete sich intensiv der wissenschaftlichen Forschung. In der Stadt richtete er außerdem eine eigene Mineralienausstellung im Gebäude des Museums ein.
Dank seiner wissenschaftlichen Arbeit beteiligte er sich an der Entdeckung und Beschreibung mehrerer Minerale. Da in der Mineralogie traditionell der Entdecker das Recht besitzt, neue Minerale zu benennen, nutzte Hloušek bei der Namensgebung häufig seine umfassenden Kenntnisse der Geschichte Jáchymovs und der dort wirkenden Persönlichkeiten.
Sammlung und Vermächtnis
Nach seinem Tod wurde seine umfangreiche Mineraliensammlung der Stadt Jáchymov vermacht. Sie umfasst den Großteil der im Joachimsthaler Revier bekannten Minerale – insgesamt 385 von etwa 435 bekannten Mineralarten aus dieser Lokalität, darunter auch 35 bisher unbenannte Minerale sowie etwa 80 Gesteinsproben.
Die Sammlung wurde im Jahr 2015 dank der Initiative von Kateřina Hloušková durch führende Mineralogen überprüft und ergänzt. An dieser Revision beteiligten sich Mgr. Jakub Plášil, Ph.D., Mgr. Pavel Škácha, Ph.D., Ing. Petr Ondruš und RNDr. František Veselovský. Zu den ausgestellten Objekten gehört unter anderem auch eine Goldprobe aus Jáchymov sowie das Mineral Hloušekit, das zu Ehren von RNDr. Jan Hloušek benannt wurde.
Neben zahlreichen wissenschaftlichen Arbeiten veröffentlichte er auch ein umfangreiches historisch-mineralogisches Werk über Jáchymov. Diese Arbeit übertrifft in Umfang und Tiefe viele bisherige Veröffentlichungen über die Stadt. Dennoch wurde sie nie als Buch herausgegeben. Der Autor stellte sie jedoch kostenlos im Internet zur Verfügung, sodass Forscher und Interessierte daraus schöpfen konnten.
Seine Texte enthalten teilweise sehr kritische, jedoch sachlich fundierte Bewertungen historischer Ereignisse und Entwicklungen der Stadt. Auch dies könnte ein Grund dafür sein, dass RNDr. Jan Hloušek trotz mehrfacher Vorschläge bis heute nicht zum Ehrenbürger von Jáchymov ernannt wurde.
RNDr. Jan Hloušek starb nach mehrjähriger schwerer Krankheit am 27. April 2014 in Jáchymov.


