HEINRICH VON KÖNNERITZ (1483–1551)
Herkunft
Heinrich von Könneritz (tschechisch Jindřich z Koneritz, auch Könritz, lateinisch Coneritius) wurde um das Jahr 1483 in eine Adelsfamilie geboren, deren Wurzeln in Thüringen und Meißen lagen und die sich in Sachsen niedergelassen hatte. Sein Vater war Dietrich von Könneritz auf Löbschütz und Großzössen.
Tätigkeit in Joachimsthal
Gemeinsam mit dem Grafengeschlecht Schlik gehörte Heinrich von Könneritz zu den Persönlichkeiten, die an der Gründung und Entwicklung der Bergstadt Joachimsthal beteiligt waren. Er wirkte hier als erster Berghauptmann und gleichzeitig als Münzmeister. Zudem besaß er Anteile an mehreren Bergwerken im Joachimsthaler Erzrevier.
Er war Mitverfasser der Joachimsthaler Bergordnung von 1518, die sich an der Annaberger Bergordnung von 1509 orientierte. Diese regelte die Organisation des Bergbaus, die Förderung der Erze sowie die rechtliche Stellung der Bergleute.
Könneritz gilt außerdem als Autor einer frühen Chronik der Stadt Joachimsthal, die die ersten Jahre der Stadt sowie die ältere Siedlung Konradsgrünn beschrieb. Das Werk ist jedoch nur fragmentarisch überliefert. Die bekannten Teile stammen aus einer Abschrift des Bergrates Meisl, der zwischen 1788 und 1798 in Joachimsthal tätig war.
Konflikt der Bergleute im Jahr 1525
Im Jahr 1525 spielte Könneritz eine wichtige Rolle bei der Beilegung eines Konflikts zwischen aufständischen Bergleuten, der Stadt und der Familie Schlik. Die Situation hätte leicht in Gewalt ausarten können. Durch seine Vermittlung wurde jedoch eine friedliche Lösung erreicht.
Zusammenarbeit mit Agricola
Seit 1527 arbeitete Heinrich von Könneritz mit Georgius Agricola zusammen. Seine Kenntnisse des Joachimsthaler Bergbaus halfen Agricola bei der Vorbereitung seines Werkes Bermannus sive de re metallica dialogus, das zu den frühesten bedeutenden Schriften über Bergbau und Mineralogie zählt.
Weggang aus Joachimsthal
Könneritz blieb bis 1528 Münzmeister, als die Familie Schlik das Münzrecht an den böhmischen König zurückgeben musste. Im Jahr 1545 verlor er nach der Übernahme der Stadt und der Bergwerke durch die königliche Macht auch sein Amt als Berghauptmann sowie seine Anteile an den Bergwerken.
Daraufhin verließ er Joachimsthal und trat in die Dienste des sächsischen Kurfürsten Johann Friedrich. Nach dem Schmalkaldischen Krieg zog er sich auf seine Güter in der Umgebung von Leipzig zurück. Heinrich von Könneritz starb am 15. März 1551 in Lobstädt.
Denkmäler
An sein Wirken erinnern noch heute Kunstwerke, die mit seiner Stiftung verbunden sind. Der Kirche Allerheiligen in Joachimsthal schenkte er einen Hauptaltar. Ein weiterer Flügelaltar befindet sich in der Familiengrabkapelle in Lobstädt.
Beide Altäre stammen aus der Werkstatt der Cranach-Schule in Wittenberg.


