ZWISCHENLAGER FÜR ABGEBRANNTE KERNBRENNSTOFFE TEMELÍN
Die Entstehung von Temelín
Der Bau des Kernkraftwerks Temelín gehört zu den größten technischen Projekten der neueren tschechischen Geschichte. Die Bauarbeiten begannen noch in den 1980er Jahren während der Zeit der Tschechoslowakei, doch die Fertigstellung des Kraftwerks wurde von politischen Veränderungen, technischen Anpassungen und langen öffentlichen Diskussionen begleitet.
Der erste Block wurde im Jahr 2000 in Betrieb genommen, der zweite zwei Jahre später. Von Anfang an war klar, dass auch die langfristige Lagerung abgebrannter Kernbrennstoffe gelöst werden musste.
Jeder Kernreaktor erzeugt nach einer bestimmten Betriebszeit Brennelemente, die für den weiteren Einsatz im Reaktor nicht mehr geeignet sind. Diese Brennelemente bleiben jedoch hochradioaktiv und geben noch lange Zeit erhebliche Mengen an Wärme ab.
Was geschieht mit abgebranntem Brennstoff?
Nach der Entnahme aus dem Reaktor wird der Brennstoff zunächst in spezielle Abklingbecken innerhalb des Kraftwerks gebracht. Das Wasser dient dabei sowohl zur Kühlung als auch als Schutz vor Strahlung.
Erst nach mehreren Jahren, wenn die Aktivität und Temperatur des Brennstoffs gesunken sind, werden die Brennelemente in das Zwischenlager überführt.
Hier kommen die massiven CASTOR-Behälter ins Spiel, die zu den bekanntesten Symbolen der modernen Kernenergie zählen.
Die riesigen CASTOR-Behälter
Die Behälter selbst wirken beinahe monumental. Jeder einzelne wiegt mehr als einhundert Tonnen und besteht aus hochbeständigen Materialien, die sowohl die Strahlung abschirmen als auch die Restwärme ableiten können.
Die Konstruktion der Behälter muss extremen Bedingungen standhalten, einschließlich Feuer, Stürzen oder Aufprallbelastungen. Jeder Behälter stellt ein technologisch äußerst komplexes System dar.
Die Behälter werden anschließend im Zwischenlager auf dem Gelände des Kraftwerks untergebracht. Dabei handelt es sich jedoch nicht um eine endgültige Lösung. Das Zwischenlager in Temelín ist für die langfristige, aber weiterhin nur vorübergehende Lagerung des Brennstoffs vorgesehen, bis in der Tschechischen Republik ein Tiefenendlager errichtet wird.
Ein streng bewachtes Gelände
Das Zwischenlager gehört zu den am strengsten gesicherten Bereichen des Kraftwerks Temelín. Neben dem physischen Schutz erfolgen eine kontinuierliche Überwachung der Strahlung, der Temperaturen sowie des technischen Zustands der Behälter.
Obwohl die Öffentlichkeit abgebrannten Brennstoff häufig mit einem hohen Gefahrenpotenzial verbindet, weisen Fachleute darauf hin, dass die Behälter eine außerordentlich sichere Form der Lagerung darstellen. Das gesamte System wurde so konzipiert, dass es auch ohne aktive Kühlung funktioniert.
Ein wesentlicher Teil der Sicherheit beruht auf der massiven Konstruktion der Behälter und dem mehrstufigen Schutzsystem.
Die Zukunft des tschechischen Atommülls
Der abgebrannte Brennstoff aus Temelín soll künftig in das geplante Tiefenendlager überführt werden, dessen Vorbereitung in der Tschechischen Republik derzeit läuft.
Gleichzeitig gibt es Überlegungen, dass das Material eines Tages erneut technologisch genutzt werden könnte. Einige moderne Reaktortypen sind in der Lage, einen Teil des heute eingelagerten Materials erneut als Brennstoff zu verwenden.
Aus diesem Grund wird heute zunehmend von „abgebranntem Brennstoff“ und nicht von endgültigem Atommüll gesprochen.
Temelín heute
Das Zwischenlager in Temelín stellt eine der modernsten Anlagen seiner Art in der Tschechischen Republik dar. Dennoch bleibt es für den Großteil der Öffentlichkeit nahezu unsichtbar.
Im Schatten der Kühltürme läuft hier ein Prozess ab, der ein untrennbarer Bestandteil der Kernenergie und zugleich eine der größten technologischen Herausforderungen der Gegenwart ist.
Fotogalerie
Fotos des Zwischenlagers und der CASTOR-Behälter finden sich auf den Seiten von ČEZ.


