PATRIZIERHAUS NR. 73
Einleitung
Das Patrizierhaus Nr. 73 zählt zu den bedeutendsten Bürgerhäusern des historischen Stadtkerns. Sein Ursprung reicht in die Mitte des 16. Jahrhunderts zurück. Der Grundriss und Teile der Disposition aus der Zeit um 1540 bilden bis heute den Kern des Gebäudes.
Historische Entwicklung
Der große Stadtbrand von 1873 beeinflusste auch dieses Haus und führte zu späteren Reparaturen und Anpassungen. Die Wiederherstellung erfolgte im Stil historisierender Strömungen der Jahrhundertwende.
1861 erwarb die Kongregation der Barmherzigen Schwestern vom hl. Karl Borromäus das Gebäude und richtete hier ein Kloster ein. Im Hof entstand ein Flügel mit neugotischer Kapelle. Nach dem Weggang der Ordensgemeinschaft wurde das Haus wieder zu Wohnzwecken genutzt.
In den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts erfolgten Umbauten unter Leitung des Baumeisters Franz Rehn. In dieser Zeit befand sich hier auch kurzzeitig das erste Stadtmuseum.
Beschreibung
Es handelt sich um ein zweigeschossiges Reihenhaus mit offenem Hof und rückwärtigem Trakt. Die Straßenfassade weist barockisierende Elemente auf. Im Erdgeschoss befindet sich ein Portal mit horizontaler Quaderung. Die Obergeschosse sind durch profilierte Fensterrahmungen mit vegetabilem Stuckdekor gegliedert. Im Durchgang sind Renaissance-Rippengewölbe erhalten.
Denkmalwert
Haus Nr. 73 ist ein bedeutendes Zeugnis der bürgerlichen Baukunst mit erhaltenem Renaissancekern und späteren Ergänzungen. Aufgrund der bewahrten historischen Konstruktionen steht es unter Denkmalschutz.


