PATRIZIERHAUS NR. 126
Einleitung
Das Haus Nr. 126 entstand in der Mitte des 16. Jahrhunderts, also in einer Phase wirtschaftlicher und baulicher Hochkonjunktur. Es stellt ein typisches Patrizierhaus dieser Epoche dar, in der repräsentative Architektur das gesellschaftliche und verwaltungsmäßige Ansehen ihrer Besitzer widerspiegelte.
Geschichte
Eigentümer war der Bürgermeister Johann Müller aus Bergen, der zur städtischen Elite der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts gehörte. In den Jahren 1565–1567 wirkte er als Bergmeister und zugleich als Bürgermeister. Diese Funktionen nahmen eine bedeutende Stellung innerhalb der Verwaltung der Bergstadt ein.
Über Johann Müller sind nur wenige biographische Details überliefert. Sein Name ist vor allem aus amtlichen Quellen sowie aus materiellen Zeugnissen bekannt, insbesondere durch das Hauszeichen und den Besitz dieses Hauses. Dennoch kann er als wichtiger Vertreter der städtischen Verwaltung in der Zeit des größten Aufschwungs angesehen werden.
Nach dem großen Stadtbrand von 1873 wurde das Gebäude wesentlich umgebaut und erhielt im Wesentlichen die Gestalt, die bis heute erhalten ist.
Das Haus diente zeitweise auch als städtisches Gefängnis. Aus dieser Phase sind drei mit Blech verkleidete Gefängnistüren mit kleinen Sichtfenstern erhalten geblieben, die in steinernen Portalen eingesetzt sind.
Beschreibung
Es handelt sich um ein zweigeschossiges Bürgerhaus mit Satteldach und vier Gauben. Die Fassade ist mit einem Renaissance-Hauszeichen der Familie Müller geschmückt, das im Tympanon des Eingangsportals angebracht ist und einen wertvollen heraldischen sowie steinmetzmäßigen Detail darstellt.
Die Durchfahrt führt in den Hof und ist mit einem steinernen Gewände versehen. Erhaltene architektonische Elemente belegen den Renaissance-Ursprung des Hauses, obwohl es im Laufe der Jahrhunderte mehrfach umgebaut wurde.
Restaurierung
Im Jahr 2004 wurde das Renaissance-Hauszeichen restauriert. 2010 folgte die Restaurierung des steinernen Gewändes des Hofeingangs sowie der Fensterlaibungen durch den Restaurator Jiří Rataj. Diese Maßnahmen trugen wesentlich zur Bewahrung der authentischen historischen Details bei.
Fotogalerie: https://www.rajce.idnes.cz/mipalfi/album/jachymov-dum-cp126


