HAUS NR. 280
Einleitung
Nach dem großen Stadtbrand im Jahr 1873 wurde das Haus nach einem Entwurf des Zimmermeisteres Franz Schmidt erneuert, der sein Projekt am 18. Juni 1873 der Stadt vorlegte. Der Wiederaufbau knüpfte an ältere Konstruktionen an und respektierte die ursprüngliche städtebauliche Struktur des Gebäudes.
Eine grundlegende Veränderung erfolgte jedoch im Jahr 1913. Die damalige Eigentümerin Theresie Hammer entschied sich, das Haus in ein repräsentatives Hotel und Restaurant mit dem Namen „Zum Weissen Löwen“ umzuwandeln. Das Gebäude erhielt damit eine neue, dem Kur- und Gesellschaftsleben entsprechende Funktion.
Umbau im Jahr 1913
Mit dem Projekt wurde der bekannte Architekt Max von Loos aus Teplitz beauftragt. Er entschied sich für eine markante Modernisierung der Fassade im Geist der Spätsezession, jedoch mit stark vereinfachtem, persönlichem Ausdruck.
Die ursprünglichen drei Fenster im Erdgeschoss wurden durch drei breite Fenster ersetzt, die durch ein gemeinsames Portal verbunden waren. Dieses neue Portal war deutlich breiter und vereinte alle Fenster zu einer architektonischen Einheit. Die Fenster wurden von Halbsäulen mit kubischem Abschluss und Blattdekor gerahmt. Die oberen Teile hatten die Form eines Würfels mit pflanzlichen Motiven.
Die Fassade war spätsezessionistisch gestaltet. Die sonst übliche Ornamentik wurde jedoch stark abgeflacht und reduziert, sodass der Dekor beinahe flächig wirkte. Dadurch erhielt das Haus einen nüchternen und modernen Charakter.
Umbauten im Jahr 1920
Die letzte bedeutende Veränderung erfolgte 1920. Eines der Erdgeschossfenster wurde durch ein Eingangsportal mit barockisierender Archivolte ersetzt, also einem bogenförmigen Rahmenelement barocker Prägung.
Das ursprüngliche Zeltdach wurde durch ein Mansarddach ersetzt, das eine bessere Nutzung des Dachgeschosses ermöglichte. Ergänzt wurde das Gebäude durch einen karniesartigen Giebel. Eine markante Gesimszone schloss die Fassade ab und trug die Dachkonstruktion, wodurch die Silhouette repräsentativer wirkte.
Neuzeitliche Nutzung
In der jüngeren Vergangenheit befand sich hier die Tschechische Staatssparkasse (vor 1989), später eine private gynäkologische Praxis sowie ein Reisebüro.
In den 1980er Jahren erfolgte eine unsensible Modernisierung, die das heutige Erscheinungsbild des Hauses maßgeblich prägte und einen Teil seiner historischen architektonischen Qualitäten überlagerte.


