KREUZWEG ZUR FREIHEIT
Einleitung
Der Kreuzweg zur Freiheit besteht aus dem zentralen Denkzeichen „Tor zur Freiheit“ sowie aus einer Reihe von Steinen, die einzelne Arbeits- und Internierungslager symbolisieren. Das Werk schuf der akademische Bildhauer Roman Podrázský (1943–2001). Die feierliche Enthüllung fand am 25. Mai 1996 in Anwesenheit des damaligen Innenministers Jan Ruml statt; die Segnung erfolgte durch Abt Vít Tajovský und Prior Hugo Pitel. Heute bildet das Ensemble die erste Station des Lehrpfades „Jáchymovské peklo“. Nach welchem Schlüssel die Lager ausgewählt und die einzelnen Steine angeordnet wurden, ließ sich bislang nicht eindeutig klären.
Tor zur Freiheit
Die beidseitig gestaltete Plastik bildet den zentralen Punkt des Kreuzweges. Sie zeigt ein zerbrochenes Gitter, das auf einen zu Boden sinkenden Mann mit den Jahreszahlen 1948–1989 herabfällt; auf der Rückseite ist eine weibliche Figur dargestellt.
L (Elko) – Judasbeutel
Ein faktisch liquidierendes Lager mit der sogenannten „Todesmühle“, einer Handzerkleinerungsanlage für Uranerz. Es bestand aus zwei Baracken – eine vor allem für Geistliche, die andere für westliche Kriegsveteranen sowie als problematisch eingestufte Häftlinge, etwa nach Fluchtversuchen. Das kleinste und dennoch eines der grausamsten Lager. Der erhaltene „Todesturm“ soll künftig als Museum der Zwangsarbeit dienen.
Barbora – Dornen
Lager Vršek beim Schacht Barbora, das höchstgelegene Lager im Gebiet von Jáchymov. Berüchtigt wegen harter Winter und der sogenannten „Arbeit im Draht“. Hier kam es im Vergleich zu anderen Lagern zu einer besonders hohen Zahl von Verletzungen und Todesopfern.
Vojna – Lindenzweig
Region Příbram. Die Lager wurden hier unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst als Kriegsgefangenenlager errichtet. Im Jahr 1951 erfolgte ihre Umwandlung in Lager für politische Gefangene.
Rovnost – Weihnachtsglocke
Ein Arbeitslager bestand hier bereits während des Zweiten Weltkriegs. Nach Kriegsende wurden rund 3.500 Kriegsgefangene interniert. Ursprünglich trug das Bergwerk den Namen Rudolf II., später Werner, nach 1945 Rovnost. Der Lagerkommandant Albín Dvořák, genannt „Paleček“, erlangte hier traurige Berühmtheit. Mehrere Gebäude sowie die sogenannte „Paleček-Burg“ sind erhalten geblieben.
Eliáš – Gitter
Die Lager Eliáš I. (Oberes oder Altes) und Eliáš II. waren für Häftlinge mit kürzeren Haftstrafen bestimmt. Hier befand sich auch eine Aufbereitungsanlage für Uranerz. Zusammen mit den Gruben Adam und Eva bildete der Komplex zeitweise eines der größten Industriezentren der Tschechoslowakei.
12 (Dvanáctka) – Kerze
Region Horní Slavkov. Die Flucht von zwölf Häftlingen aus diesem Lager beschrieb der Beteiligte Karel Kukal in seinem Buch „Deset křížů“.
Ležnice – Blumen
Lager in Horní Slavkov, eines von vier dortigen Lagern, direkt im Areal des Bergwerksbetriebs gelegen.
Svornost – Quellen und Tränen
Das älteste und bis heute in Betrieb befindliche Bergwerk. Das gleichnamige Lager lag etwa siebzig Meter oberhalb des Schachtes und war durch eine Treppe mit rund 240 Stufen verbunden. Diese wurde „Mauthausen-Treppe“ oder „Todesstufen“ genannt. Im Areal wurde eine ursprüngliche Strafzelle aufgefunden.
Prokop – Schlinge
Region Horní Slavkov. Grube und Lager trugen denselben Namen. Ein relativ großes Lager mit einer Kapazität von etwa 1.400 Häftlingen.
Bytíz – Kugel mit Kette
Lager für etwa 2.200 Häftlinge in der Region Příbram. In Betrieb seit 1953. Hierher wurden Gefangene aus aufgelösten Lagern sowie unter anderem auch aus Leopoldov verlegt. Im Jahr 1962 stürzte ein Teil des Lagers in einen Schacht mit einem Durchmesser von 80 Metern ein.
Svatopluk – Kette
Region Horní Slavkov. Bergwerk und Lager gleichen Namens mit einer Kapazität von etwa 1.200 Häftlingen.
Mariánská – Rose
Verhör- und Arrestzellen befanden sich im Untergeschoss eines aufgelösten Kapuzinerklosters. Das eigentliche Lager lag an der Straße nach Lípa. In der Nähe befanden sich die Gruben Adam und Eva.
Bratrství – Fesseln
Eines der ältesten Bergwerke von Jáchymov mit einer Gesamtlänge von Stollen und Querschlägen von etwa 80 Kilometern. Schacht, Arbeitslager und Zentrallager trugen denselben Namen. Von hier aus wurden Gefangene auf die einzelnen Lager verteilt. 1954 übernahm Vykmanov die Funktion des Zentrallagers, seit 1974 befindet sich hier ein Lager für nukleares Material.
Vykmanov – Stacheldraht
Die Häftlinge errichteten hier Wohnsiedlungen in Ostrov für zivile Angestellte der Jáchymover Bergwerke. Aufgrund schlechter hygienischer Bedingungen, unzureichender Ernährung, häufiger Leibesvisitationen und langandauernder Appelle bei jedem Wetter waren die Zustände mit denen der Schachtlager vergleichbar.
Nikolaj – gefesselte Hände
Auch hier wurde die sogenannte „Arbeit im Draht“ praktiziert, bekannt als „Jáchymover Bus“. Eines der größten Lager. Die Häftlinge arbeiteten im Bergwerk Eduard.


