GEDENKSTÄTTE DER ENTDECKUNG DES RADIUMS

Einleitung
Die Gedenkstätte steht in der Parkanlage zwischen dem Kurgebäude Agricola und dem Untersuchungsinstitut, also in einem Bereich, der eng mit der Radonheilbehandlung verbunden ist. Sie erinnert daran, dass aus Erzen dieses Gebietes das Element Radium isoliert wurde, dessen Entdeckung die moderne Physik und Medizin grundlegend beeinflusste.
Geschichte
Die Gedenkstätte wurde 1950 nach einem Entwurf des Architekten Ing. V. Rejniš aus der Zentraldirektion der Staatsbäder in Prag errichtet. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 600.000 Kč. Die Hälfte der Summe trugen die Uranbergwerke Jáchymov, die andere Hälfte zu gleichen Teilen die Kurbäder Jáchymov und die Stadt Jáchymov. Ihre Entstehung fällt in eine Zeit, in der die Bergbautradition und die medizinische Nutzung der Radioaktivität einen festen Bestandteil der offiziellen Selbstdarstellung der Stadt bildeten.
Beschreibung
Das zentrale Element der Gedenkstätte ist eine Tafel auf dunklem Untergrund, dessen Struktur die Erzadern symbolisieren soll. Die Inschrift, heute teilweise beschädigt und mit einigen fehlenden Buchstaben, lautet:
V RUDÁCH Z TOHOTO MÍSTA V ROCE 1898 MARIE CURIE SKLODOWSKÁ A PIERRE CURIE OBJEVILI PRVEK RADIUM, ABY SLOUŽIL ŽIVOTU; DÍKY HORNÍKŮM A VĚDĚ RADIOVÉ PRAMENY A LÉČBA PROZAŘOVÁNÍM PŘINÁŠEJÍ ZDRAVÍ STATISÍCŮM
In deutscher Übersetzung:
„In den Erzen dieses Ortes entdeckten Marie Curie-Skłodowska und Pierre Curie im Jahr 1898 das Element Radium, damit es dem Leben diene; dank den Bergleuten und der Wissenschaft bringen Radiumquellen und die Behandlung durch Bestrahlung Hunderttausenden Gesundheit.“
Über der Inschrift befindet sich die Plastik Milosrdenství (Pflege eines Kranken) des akademischen Bildhauers Karel Lidický. Das Motiv der Pflege verbindet symbolisch die wissenschaftliche Entdeckung mit ihrem heilenden Nutzen für den Menschen. Die künstlerische Gestaltung entspricht dem Stil der frühen 1950er Jahre, in dem Arbeit, Wissenschaft und gesellschaftlicher Nutzen besonders betont wurden.
Bedeutung
Die Gedenkstätte ehrt Marie Curie-Skłodowska und Pierre Curie, deren Forschungen zur Isolierung des Radiums aus dem Jáchymover Pechblendeerz führten, sowie die örtlichen Bergleute, ohne deren Arbeit dieser wissenschaftliche Durchbruch nicht möglich gewesen wäre. Zugleich verweist sie auf die Bedeutung der Radonquellen und der Bestrahlungstherapie, die zu einem wesentlichen Bestandteil der Identität der Stadt geworden sind.
Gegenwart
Heute wirkt die Gedenkstätte etwas verwittert, und die Inschrift ist teilweise beschädigt. Dennoch bleibt sie ein bedeutendes Zeugnis der Nachkriegszeit und der engen Verbindung zwischen Wissenschaft, Bergbau und Kurwesen in Jáchymov.


