DENKMAL FÜR STEPHAN SCHLICK IN JÁCHYMOV
Einleitung
Die Persönlichkeit des Grafen Stephan Schlick ist untrennbar mit der Gründung und Entwicklung von Jáchymov in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts verbunden. Als Vertreter des Adelsgeschlechts der Schlick stand er am Anfang der Stadt, deren Blüte eng mit dem Silberbergbau und der Prägung der Jáchymover Taler verknüpft war. Im Jahr 1924 beschloss der Stadtrat daher, dem Stadtgründer mit einem eigenständigen Denkmal im öffentlichen Raum zu gedenken.



Geschichte
Das Denkmal entstand nach einem Entwurf des Bildhauers Michael Mörtel und wurde von Ernest Hippmann ausgeführt. Seit seiner Enthüllung stellte es ein bedeutendes Symbol der städtischen Identität und eine Erinnerung an die wirtschaftliche Blütezeit Jáchymovs dar.
Während des Zweiten Weltkriegs wurde die ursprüngliche Gedenktafel vom Denkmal abgenommen und in einem Depot eingelagert. Dadurch wurde sie vor dem Einschmelzen für Kriegszwecke bewahrt, was viele metallene Denkmalelemente jener Zeit nicht überstanden. Dank dieser Maßnahme blieb die originale Tafel erhalten.
Im Jahr 1993 wurde das Denkmal restauriert und die ursprüngliche Tafel wieder angebracht. Ein weiterer Eingriff erfolgte 2006, als die Tafel gestohlen wurde, vermutlich um als Altmetall verkauft zu werden. Am Denkmal befindet sich heute lediglich eine grob misslungene Kunststofftafel, die dem Original nicht entspricht.
Beschreibung
Das Denkmal ist Graf Stephan Schlick als Stadtgründer gewidmet und verweist symbolisch auf die Zeit des größten wirtschaftlichen Aufschwungs durch den Silberbergbau. Die architektonische und bildhauerische Gestaltung entspricht der Denkmalauffassung der 1920er Jahre und betont die würdige Erinnerung an die historische Persönlichkeit.
Die ursprüngliche Gedenktafel trug eine Widmung, die Schlicks Verdienste um die Gründung und Entwicklung der Stadt hervorhob. Die heutige Kunststofftafel bewahrt zwar formal den Text und die Komposition, entspricht jedoch weder in der Qualität der Ausführung noch im Material dem ursprünglichen Original.
Restaurierung
Die Restaurierung von 1993 stellte den repräsentativen Charakter des Denkmals wieder her. Der Diebstahl im Jahr 2006 bedeutete jedoch erneut einen Verlust an Authentizität. Der heutige Zustand ist ein Kompromiss zwischen dem Bemühen um Erhalt der äußeren Erscheinung und der Realität wiederholter Verluste durch menschliches Handeln.


