DENKMAL FÜR LUDĚK RAUCH
Einleitung
Das kleine Denkmal mit der Inschrift „Luděk Rauch *1. 7. 1951 +5. 12. 1983“ befindet sich nahezu gegenüber der Hütte Havlovka an der Bushaltestelle im Bereich der Schachtanlage Nr. 12, auch als Rovnost II bezeichnet. Vorübergehende ahnen meist nicht, dass sich hier eine tragische Begebenheit ereignete. Das Denkmal wurde von Zdeněk Medek errichtet.
Person
Luděk Rauch war Lehrer in Ostrov und zugleich leidenschaftlicher Erforscher des Jáchymover Untergrundes sowie Mineraliensammler. Er gilt als einer der Wegbereiter einer modernen Auffassung von Montanistik und Mineralogie. Obwohl er ein erfahrener Kletterer war und in verschiedenen Regionen der damaligen ČSSR tätig war, wurde ihm Jáchymov zum Verhängnis.
Das Unglück
Der Schacht war ursprünglich mit einer Betonplatte abgedeckt. Durch Witterungseinflüsse rutschte jedoch Erdreich nach innen und es entstand eine Öffnung. Am 3. Dezember 1983 stieg Rauch gemeinsam mit zwei Freunden durch diese Öffnung hinab, nachdem sie sie mithilfe von Sprengstoff erweitert hatten. In etwa 120 Metern Tiefe, auf der zweiten Sohle des Schachtes, versuchte er einen teilweisen Versturz in einem Querschlag in Richtung der Grube Adam (Schacht Nr. 11) zu überwinden. Dabei löste sich weiteres Gestein und verschüttete ihn. Seinen Begleitern gelang es nicht, ihn zu befreien, weshalb sie die Grubenwehr verständigten, konkret die OBZS Sokolov und die BZS der Uranbergwerke Zadní Chodov. Zwei Tage lang versuchten die Rettungskräfte, den Verunglückten zu bergen. Am 5. Dezember 1983 wurde Luděk Rauch offiziell für tot erklärt und die Arbeiten eingestellt. Nach Angaben der Ermittlungsbehörde der öffentlichen Sicherheit der ČSR hätte eine Fortsetzung der Bergung ein erhebliches Risiko für die Rettungskräfte bedeutet und Kosten in Millionenhöhe verursacht.
Ermittlungen
Der Kreisstaatsanwalt in Karlovy Vary beauftragte daraufhin die Ermittlungsabteilung der VB Karlovy Vary mit der Untersuchung des Falles im Hinblick auf die Schwere des Handelns und den tödlichen Ausgang. Aus den Vernehmungen der beiden Begleiter ging hervor, dass ihr Motiv das Sammeln und der anschließende Verkauf von Mineralien gewesen war. Zdeněk M. und Karel M. wurden wegen Veruntreuung von sozialistischem Eigentum sowie wegen unerlaubten Waffenbesitzes angeklagt, da zum Erweitern des Einstiegs Sprengstoff verwendet worden war. Das Strafverfahren wurde bei beiden am 20. Juni 1984 durch Entscheidung des Ermittlers eingestellt.
Vermächtnis
Zu Ehren von Luděk Rauch wurde im Jahr 2010 ein neu beschriebenes Mineral aus Jáchymov „Metarauchit“ benannt.
Weitere Tragödie
Mit den Gefahren unerlaubter Zugänge zu alten Gruben steht auch der Tod eines weiteren Mineraliensammlers in Zusammenhang. Petr Botek kam Ende August 1983 auf der Untersuchungsstrecke der Hildebrand-Ader auf der sogenannten Stollen-Sohle der Grube Svornost ums Leben. Er trat auf verrottetes Grubenholz eines Schachtes, stürzte rund 230 Meter in die Tiefe und erlitt tödliche Verletzungen.


