SCHRECKENSTREPPE (MAUTHAUSEN-TREPPE)
Die Schreckenstreppe, auch Mauthausen-Treppe genannt, befand sich oberhalb der Grube Svornost direkt in Jáchymov und verband den Schacht mit dem Arbeitslager. Das Lager entstand bereits während der nationalsozialistischen Besatzung und wurde nach 1945 zunächst als Internierungs- und Kriegsgefangenenlager genutzt. Ab 1949 wurden hier vor allem politische Gefangene eingesetzt, die bis zur Auflösung des Lagers 1954 im Uranbergbau arbeiten mussten.
In dieser Zeit entstand der umzäunte Korridor mit einer etwa drei Meter breiten Treppe, die rund siebzig Höhenmeter überwand und etwa 230 bis 260 Holzstufen besaß. Der Weg war beidseitig mit Stacheldraht umzäunt, beleuchtet und streng bewacht. Kontrolltore, Wachtürme und ein Wachgebäude dienten der Überwachung. Die Treppe wurde nicht nur für den Häftlingsmarsch genutzt, sondern auch zum Transport von Trinkwasser, da das Lager keinen Wasseranschluss hatte.
Nach der Auflösung des Lagers verlor die Anlage ihre Funktion und wurde später im Zuge der Geheimhaltung des Uranbergbaus entfernt. Erst 1993 wurde ihr Verlauf durch den Bergbauverein Barbora wiederentdeckt und im Rahmen des Lehrpfads „Jáchymovské peklo“ teilweise rekonstruiert. Eine weitere umfassende Erneuerung erfolgte 2015 durch das Museum Sokolov im Zusammenhang mit der Öffnung des Stollens Nr. 1. Heute kümmern sich auch freiwillige Initiativen um Pflege und Beschilderung des Ortes.
Der Name „Schreckenstreppe“ geht auf ein Ereignis vom 28. September 1950 zurück, als zwei flüchtende Häftlinge erschossen und als Abschreckung am Fuß der Treppe liegen gelassen wurden. Die Bezeichnung „Mauthausen-Treppe“ entstand aufgrund der Ähnlichkeit zur Treppe im Steinbruch des Konzentrationslagers Mauthausen.


