GRUBE EVA APFELBAUM
Einleitung
Die Grube Eva Apfelbaum, auch „Evas Apfelbaum“ genannt, befand sich nahe der Siedlung Werlsgrün, dem heutigen Zálesí bei Jáchymov. Das Gebiet gehörte zum bedeutenden Joachimsthaler Erzrevier, das seit dem 16. Jahrhundert zu den wichtigsten Bergbauzentren Böhmens zählte. Obwohl die Grube nie zu den größten Betrieben gehörte, spiegelt ihre Geschichte die Entwicklung des regionalen Bergbaus sehr anschaulich wider.
Geschichte
Der Joachimsthaler Prediger und Chronist Johann Mathesius erwähnt die Grube in seinem Werk Sarepta und beschreibt dort Funde außergewöhnlich starker Silberdrähte, „so dick wie eine Gänsefeder und einen halben Ellen lang“. Solche Funde belegen den Reichtum der Lagerstätten während der Blütezeit des Silberbergbaus. Im Jahr 1801 kaufte der Staat unter anderem auch die Anteile an dieser Grube auf und wurde ihr alleiniger Besitzer, im Einklang mit der damaligen Zentralisierung der Bergverwaltung. Mit der Zeit verlor der Betrieb jedoch an Bedeutung, und um 1850 wurde die Grube stillgelegt. Die Einwohner von Zálesí suchten danach andere Arbeit oder kehrten zur Viehzucht und Waldarbeit zurück.
Nach dem Zweiten Weltkrieg gewann der Standort erneut an Bedeutung. Bei geologischen Untersuchungen im Jahr 1947 wurden Hinweise auf Uranerze entdeckt, woraufhin das alte Bergwerk erneuert und als Grube Eva wieder in Betrieb genommen wurde. Nach 1950 arbeiteten hier Häftlinge aus den Lagern Eliáš und Mariánská, die zum System der Joachimsthaler Zwangsarbeitslager im Zusammenhang mit dem Uranabbau für das sowjetische Atomprogramm gehörten.
Beschreibung
Das Grubenareal entsprach einem streng bewachten Uranbetrieb der frühen fünfziger Jahre. Der metallene Förderturm war etwa 21 Meter hoch. Die Erzaufbereitung befand sich in einem Holzgebäude mit einem Grundriss von ungefähr 20 × 15 Metern. Das eingezäunte Gelände hatte einen unregelmäßigen fünfeckigen Grundriss von etwa 400 × 400 Metern. Der Zaun war rund drei Meter hoch, doppelt ausgeführt und aus Stacheldraht gefertigt; zwischen den Zäunen sowie außerhalb befand sich ein etwa fünf Meter breiter Schussstreifen. Entlang des Areals standen sieben Wachtürme mit Scheinwerfern, auf zwei davon zusätzlich mit leichtem Maschinengewehr. Beleuchtungsmasten mit etwa 200-Watt-Lampen standen in regelmäßigen Abständen.
Nachnutzung
Nach dem Ende des Uranabbaus wurde das Gebiet rekultiviert und die Spuren der intensiven Förderung schrittweise beseitigt. Die verlassenen Gebäude übernahm der Bezirksnationalausschuss Most und richtete hier ein Schullandheim ein. In den ehemaligen Werkstätten entstanden Klassenräume, über dem Schacht wurde aus der Maschinenhalle eine Turnhalle gebaut und die früheren Häftlingsbaracken dienten als Schlafräume, Küche und Speisesaal. Das Schullandheim bestand noch bis Anfang der 1990er Jahre. Heute sind von den Gebäuden nur noch Ruinen erhalten.
Fotogalerie: (Autor: https://www.facebook.com/pwrdbynature/) finden Sie hier: https://mipalfi.rajce.idnes.cz/Jachymov%2C_Dul_Eva/


