GRUBE ADAM (OCHSENBUSCH)
Einleitung
In der Nähe von Mariánská, bei der Siedlung Werlsgrün (heute Zálesí), befand sich der Einzelhof Ochsenbusch. Nach der Gründung von Jáchymov im 16. Jahrhundert wurde hier eine Grube eröffnet, die denselben Namen trug. Es ist jedoch möglich, dass der Hof erst nach dem Bergwerk benannt wurde, das an der St.-Wenzels-Erzader lag. Verwaltungsmäßig gehörte der Hof zu Werlsgrün zusammen mit weiteren Orten wie Hřebečná, Vršek und Rovnost (Hengstererben, Werlsberg, Wernerschacht).
Geschichte
Das Gebiet gehörte zum Joachimsthaler Erzrevier, das zunächst durch Silberbergbau bekannt wurde. Neue Bedeutung erhielt der Standort nach dem Zweiten Weltkrieg. Im Jahr 1947 fand hier zusammen mit der nahegelegenen Grube Eva Apfelbaum eine geologische Untersuchung statt, die Uranerze nachwies. Daraufhin wurden die alten Gruben unter den Namen Eva und Adam wieder eröffnet. Die Grube Adam wurde 1951 vollständig als Schacht Nr. 11 in Betrieb genommen, wobei Häftlinge aus den Lagern Mariánská und Eliáš eingesetzt wurden, die Teil des Systems der Joachimsthaler Zwangsarbeitslager waren.
Beschreibung
Das Areal stellte einen typischen Uranförderstandort der frühen 1950er Jahre dar, bestehend aus Förderschacht, technischen Gebäuden und Betriebsanlagen sowie gesichertem Betriebsgelände. Aufgrund der Einbindung in das Netz der umliegenden Bergwerke diente die Grube Adam als Bestandteil des größeren Förderkomplexes im Raum Mariánská und Rovnost.
Nachnutzung
Nach dem Ende des Uranabbaus wurde das Gelände zivil genutzt und in einen Betrieb der Nejdek-Spinnereien umgewandelt. Nach 1989 wechselte das Areal mehrfach den Besitzer, verfiel zunehmend und wurde schrittweise geplündert. Schließlich wurden die letzten Gebäudereste vollständig abgerissen, sodass heute nur noch Geländespuren an die Anlage erinnern.
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