PETERS MÜHLE
Einleitung
Die älteste erhaltene Wassermühle auf dem Gebiet der heutigen Tschechischen Republik ist die Ruine der Pettersmühle, auch Petersmühle genannt, im Mühlental. Der ursprüngliche deutsche Name lautete Petermühle. Das Objekt entstand in der Zeit der rasanten Entwicklung der Bergstadt und bildete einen wichtigen Bestandteil ihres wirtschaftlichen Hintergrundes.
Das Alter des Bauwerks wurde durch eine dendrochronologische Untersuchung der erhaltenen Holzkonstruktionen bestätigt. Die Analyse der Jahrringe bestimmte die Bauzeit auf die Jahre 1525–1530.
Geschichte
Der historische Kern besteht aus einem niedrigeren Gebäude, das ursprünglich zweigeschossig war. An seiner Südwand wurde später ein viergeschossiger Backsteinbau des neuen Mühlengebäudes angebaut. Auf der Nordseite des historischen Teils entstanden Garagen und weitere Betriebsgebäude.
Im Jahr 1930 ist Marie Schöfflová als Eigentümerin der Mühle und des Sägewerks belegt. In diesem Jahr waren ein oberschlächtiges Wasserrad sowie eine Turbine installiert, was eine Modernisierung des Betriebs dokumentiert.
Nach dem Zweiten Weltkrieg diente das Objekt unterschiedlichen Zwecken. Es wurde unter anderem als Medikamentenlager genutzt. Nach dem Bruch des Dammes des Jezírko (Stadtteich) wurden jedoch Chemikalien und Arzneimittel in den Bach gespült, weshalb das Lager aufgegeben wurde. Später befand sich hier eine Kunststoffverarbeitungsfabrik. Nach deren Konkurs verfiel das Areal zunehmend. Der Verfall wurde durch Metalldiebstähle und das Herausschneiden von Dachkonstruktionen beschleunigt, schließlich kam es auch zum teilweisen Einsturz des Mauerwerks.
Beschreibung
Das Wasserrad befand sich an der nördlichen Giebelwand. Der Mühlgraben wurde vom Hang hinter der Westwand des Gebäudes geführt. Das Wasser wurde mittels sogenannter Vantroge – hölzerner Gerinne für oberschlächtiges Wasser – zum Mühlrad geleitet. Der Begriff Vantrok stammt vom deutschen Wort Wandtrog. Aus späterer Zeit ist auch ein steinernes Becken erhalten, in dem die Wasserturbine eingebaut war.
Das Mauerwerk des Erdgeschosses besteht aus Bruchstein. Das erste Obergeschoss war als Fachwerk ausgeführt, dessen Ausfachung in ähnlicher Weise, jedoch in kleinerem Format gemauert war. Die Decken waren Holzbalkendecken mit Einschub. Das Gebäude besaß ein Satteldach mit Schieferdeckung.
Erneuerung
Heute befindet sich das Objekt im Zustand einer Ruine. Die Diskussion über seine Zukunft dauert an und bewegt sich zwischen denkmalpflegerischem Wert, technischem Zustand und wirtschaftlicher Tragbarkeit einer Sanierung. Dennoch bleibt die Petersmühle ein außergewöhnliches Zeugnis der frühen industriellen und wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt.
Die Petermühle ist zudem eine Station des erneuerten Ausflugsweges Mühlsteig, auch Severin-Promenade genannt.
Fotogalerie: https://mipalfi.rajce.idnes.cz/Petruv_mlyn_Pettermuhle/


