ELIÁŠ I UND ELIÁŠ II (TARNBEZEICHNUNG N)
Geschichte und bergbaulicher Kontext
Der Aufschwung des Uranabbaus im Eliáš-Tal begann mit dem Fund von etwa 200 Kilogramm Uranerz auf der Halde des ehemaligen Silberbergwerks Eliáš. Die Region war bereits früher durch den Silberbergbau bekannt, eine systematische Erkundung und intensive Förderung von Uran setzte jedoch erst nach 1945 ein, als die Jáchymover Gruben in ein staatliches Unternehmen eingegliedert und in das Lieferprogramm für die Sowjetunion einbezogen wurden. In etwa 900 Metern Höhe wurde hier zunächst ein Kriegsgefangenenlager eingerichtet, in dem zwischen 1946 und 1949 deutsche Kriegsgefangene interniert waren.
ELIÁŠ I
Das Lager Eliáš I wurde am 29. Juli 1949 am Standort des früheren Gefangenenlagers als viertes Lager im Raum Jáchymov gegründet. Die Kapazität betrug 647 Gefangene, davon 588 für die Arbeit unter Tage. Die Unterbringung erfolgte in vier Baracken; ein weiteres Gebäude diente als Krankenstation und Werkstatt. Aufgrund der Lage auf einer mit Uranerz belasteten Halde wurde das Lager Ende 1951 aufgehoben und verlegt, die Halde anschließend abgetragen und verarbeitet.
ELIÁŠ II
Eliáš II entstand als Ersatzlager. Die hastige Errichtung ohne ausreichende Geländevorbereitung führte zu baulichen Mängeln. Ein Barackeneck befand sich unmittelbar über dem Bachbett des Eliáš-Baches, das teilweise in Betonrohre verlegt wurde. Die Gefangenen arbeiteten vor allem im Schacht Jiřina, der den älteren Schacht Eliáš ersetzte und etwa 400 Meter entfernt lag. Zum Komplex gehörten außerdem eine Gravitationsaufbereitungsanlage, eine zentrale Kompressoranlage und eine Dienststelle der Staatssicherheit. Das Lager war vor allem für Gefangene mit kürzeren Haftstrafen bestimmt. Nach dem Verbot der Organisationen Junák und Skaut wurden auch deren Vertreter hier interniert. Am 30. Mai 1992 wurde an der Stelle des ehemaligen Lagers ein sieben Meter hohes Kreuz mit einer Pfadfindermohyla errichtet. Das Lager wurde am 1. April 1959 geschlossen.


