Geografie der Region
Das Erzgebirge ist das Hauptgebirge des Erzgebirgssystems und bildet einen bedeutenden Teil des nordwestlichen Randes des Böhmischen Massivs. Es erstreckt sich über etwa 130 km in annähernd gerader Richtung und nimmt eine Fläche von rund 1.600 km² ein. Über dem böhmischen Binnenland steigt es mit einem steilen Hang zum Kamm an, während es auf der deutschen Seite nur sanft ansteigt. Daher wird es oft mit einer mächtigen steinernen Mauer verglichen, die den Nordwesten unseres Landes schützt. Aus geologischer Sicht ist das Erzgebirge ein typisches Bruchschollengebirge, das durch Hebung und Störung der Erdkruste entstand, mit einer ausgedehnten eingeebneten Hochfläche. Im Durchschnitt fallen hier etwa 1.000 mm Niederschlag pro Jahr.
Der markanteste Teil des Erzgebirges ist das Keilberg-Hochland mit einer durchschnittlichen Höhe von etwa 750 m ü. NN. Der höchste Gipfel ist der Keilberg (Klínovec, 1.244 m ü. NN). Auf seinem Gipfel beträgt die durchschnittliche Jahrestemperatur ungefähr 2,7 °C, und die Schneedecke hält sich hier etwa 150 Tage im Jahr. Die Region ist daher auch für Wintersport und Tourismus bedeutend.
Der geologische Aufbau des Erzgebirges ist sehr vielfältig. Es kommen vor allem Gneise, Glimmerschiefer, Granite und Phyllite vor, häufig durchzogen von erzführenden Gängen und reich an Mineralien. Das Gebiet um Jáchymov gehört dank seines außergewöhnlich vielfältigen Untergrundes zu historisch bedeutenden Lagerstätten von Erzen und Mineralien von weltweiter Bedeutung. Der Abbau von Silber, Zinn und später Uran prägte die Landschaft und die Besiedlung erheblich.
Auf der Hochebene etwa sieben Kilometer von Jáchymov entfernt liegt bei der Stadt Boží Dar das Naturreservat Božídarské rašeliniště mit einer Fläche von ungefähr 1.000 ha. Es erstreckt sich in der Umgebung des Berges Špičák (1.115 m ü. NN), der als höchste Basaltkuppe Mitteleuropas gilt. Das Gebiet besteht aus ausgedehnten Moorflächen, nassen Wiesen, Moorgewässern und Resten ursprünglicher Gebirgswälder.
Hier befinden sich seltene Ökosysteme und Lebensräume vieler Tierarten, zum Beispiel Rotwild und anderes Schalenwild, Auerhuhn und Birkhuhn. Von den Pflanzen wachsen hier unter anderem die Zwergbirke, die sonst vor allem jenseits des Polarkreises vorkommt, die Latschenkiefer sowie der fleischfressende Sonnentau. Viele dieser Arten sind Relikte aus der Eiszeit, in der auch das Moor selbst entstand.


