Arbeitslager in Jáchymov
Beiträge
DIE LAGER IM RAUM HORNÍ SLAVKOV
26. 2. 2026
Die Uran-Arbeitslager im Raum Horní Slavkov bildeten den westlichen Zweig des Lagersystems beim Uranabbau, das nach 1948 entstand und zentral nach dem Jáchymover Modell gesteuert wurde. Das Gebiet von Horní Slavkov und seiner Umgebung verwandelte sich innerhalb weniger Jahre in ein ausgedehntes Förderrevier, in dem Tausende von Gefangenen in Tiefbergwerken und angeschlossenen Betrieben eingesetzt wurden. Ebenso wie im Raum Příbram handelte es sich um einen vollständig integrierten Bestandteil des Systems und nicht um eine isolierte Einrichtung.
DIE LAGER IM RAUM PŘÍBRAM
26. 2. 2026
Die Uranlager im Raum Příbram waren kein randständiger Anhang von Jáchymov, sondern ein vollwertiger Bestandteil des gesamten Systems von Arbeitslagern beim Uranabbau. Organisatorisch unterstanden sie derselben Leitung, nutzten ein identisches Sicherheitsregime und nahmen Gefangene aus den Registrierungszentren in Jáchymov auf. In den 1950er Jahren entwickelte sich Příbram zu einem der wichtigsten Pfeiler der Uranwirtschaft, und Tausende von Häftlingen arbeiteten hier in tiefen Bergwerken unter der Aufsicht bewaffneter staatlicher Einheiten.
SYSTEM DER JÁCHYMOVER URANLAGER AUSSERHALB VON JÁCHYMOV
26. 2. 2026
Das System der Uranarbeitslager war nicht nur auf Jáchymov beschränkt. Bereits ab Ende der vierziger Jahre weitete es sich auch auf das Gebiet von Horní Slavkov und die Region Příbram aus. Diese Regionen waren organisatorisch und personell der Verwaltung der Jáchymover Uranbergwerke unterstellt und bildeten gemeinsam ein zusammenhängendes repressives System.
VYKMANOV I (TARNBEZEICHNUNG C) UND VYKMANOV II (TARNBEZEICHNUNG L)
26. 2. 2026
Die Lager Vykmanov I (C) und Vykmanov II (L) waren zentrale Bestandteile des Systems der Arbeitslager im Uranrevier von Jáchymov. Während Vykmanov I als Zentrallager diente und bis heute als Justizvollzugsanstalt Ostrov besteht, galt Vykmanov II wegen seines extrem harten Regimes und der Arbeit in der Aufbereitungsanlage „Rudá věž smrti“ als sogenanntes Liquidierungslager. Auf dem symbolischen Kreuzweg ist Vykmanov II durch das Zeichen des Judasbeutels gekennzeichnet.
SVORNOST (TARNBEZEICHNUNG K)
26. 2. 2026
Das Lager Svornost (Tarnbezeichnung K) wurde am 4. Dezember 1949 eingerichtet und am 29. Oktober 1954 aufgelöst. Es befand sich in unmittelbarer Nähe des historischen Bergwerks Svornost, eines der ältesten Grubenreviere in Jáchymov, und galt als eines der Lager mit besonders schwierigen Bedingungen. Auf dem Lehrpfad „Jáchymovské peklo“ bildet es die vierte Station; erhalten sind unter anderem Teile der sogenannten Mauthausen-Treppe.
ELIÁŠ I UND ELIÁŠ II (TARNBEZEICHNUNG N)
26. 2. 2026
Das Lager Eliáš I (Alt, Oberes Lager) und Eliáš II (Neu, Unteres Lager) gehörte zum System der Arbeitslager des Uranreviers von Jáchymov und trug im Decksystem die Bezeichnung N. Auf dem symbolischen Kreuzweg bei der Kirche des hl. Joachim in Jáchymov ist es durch das Symbol eines Gitters gekennzeichnet. Beide Phasen standen im Zusammenhang mit dem starken Ausbau des Uranabbaus nach 1945 im Rahmen der tschechoslowakisch-sowjetischen Zusammenarbeit.
ROVNOST I UND ROVNOST II (TARNBEZEICHNUNG P)
26. 2. 2026
Das Lager Rovnost I und Rovnost II (Tarnbezeichnung P) gehörte zu den größten und zugleich härtesten Arbeitslagern des Uranreviers von Jáchymov. Auf dem symbolischen Kreuzweg ist es durch ein Weihnachtsschellen-Symbol gekennzeichnet und bildet die dreizehnte Station des Lehrpfades „Jáchymovské peklo“. Zwischen 1949 und 1961 waren hier vor allem politische Gefangene mit langen Haftstrafen interniert, die im Uranbergbau eingesetzt wurden.
MARIENBERG (TARNBEZEICHNUNG B)
26. 2. 2026
Das Arbeitslager Marienberg (Tarnbezeichnung B) war das zweite im Gebiet von Jáchymov errichtete Lager des Uranbergbausystems. Es entstand am 4. Juni 1949 in unmittelbarer Nähe des Kapuzinerklosters in Mariánská und bildete über mehr als ein Jahrzehnt einen festen Bestandteil des Systems der Zwangsarbeit.
BRUDERSCHAFT (TARNBEZEICHNUNG M)
26. 2. 2026
Das Lager Bruderschaft (Tarnbezeichnung M) gehörte zu den bedeutendsten Einrichtungen des Uranreviers von Jáchymov. Im symbolischen System des sogenannten Kreuzwegs wird es durch das Zeichen der Fesseln dargestellt. Im Verlauf seiner Existenz erfüllte es mehrere Funktionen, die sich zeitweise überschnitten: Es diente als Kriegsgefangenenlager, als Arbeits- und Straflager sowie als Zentrallager (Tarnbezeichnung D) zur Registrierung und Verteilung neu eingelieferter Häftlinge. Zum Areal gehörten außerdem die erste Kommandostelle der Gefängniswache in Ostrov sowie eine Gravitationsaufbereitungsanlage für Uranerz. Nach dem Ende des Uranabbaus wurde hier ein Lager für Kernmaterialien eingerichtet.
LAGER VRŠEK (DECKNAME E)
25. 2. 2026
Das Lager Vršek bei der Grube Barbora gehörte zu den härtesten Arbeitslagern des Joachimsthaler Reviers. Die Kombination aus rauem Hochgebirgsklima, gefährlichen Arbeitsbedingungen und brutaler Bewachung machte es zu einem der gefürchtetsten Orte der Zwangsarbeit politischer Gefangener.


