SYSTEM DER JÁCHYMOVER URANLAGER AUSSERHALB VON JÁCHYMOV
Nach 1948 wurde der Uranabbau zu einer strategischen Priorität des Staates. Jáchymov bildete das organisatorische Zentrum mit den ersten Lagern, Registrierungsstellen und dem Kommando der Gefängniswache. Mit wachsendem Bedarf an Arbeitskräften wurde der Abbau jedoch auch auf weitere Lagerstätten ausgeweitet, insbesondere nach Horní Slavkov und später in den Raum Příbram. Diese Regionen waren keine eigenständigen Projekte, sondern organisatorisch eng mit Jáchymov verbunden und nutzten dieselben personellen und sicherheitstechnischen Strukturen.
Horní Slavkov entwickelte sich zum zweiten bedeutenden Zentrum des Uranabbaus. Hier entstanden mehrere Arbeitslager in unmittelbarer Nähe einzelner Schächte und Betriebsanlagen. Das Regime entsprach dem in Jáchymov – doppelte Stacheldrahtzäune, Schussfelder, Wachtürme, Appellplätze, Arrestzellen und strikte Isolation der Gefangenen von der Zivilbevölkerung. Die Häftlinge wurden direkt im Bergbau, bei der Erzsortierung, bei Bauarbeiten sowie beim Aufbau der Infrastruktur eingesetzt. Verlegungen zwischen Jáchymov und Horní Slavkov waren üblich und reagierten auf den jeweiligen Bedarf der Förderung.
Auch im Raum Příbram entstand ein umfangreicher Lagerkomplex in enger Verbindung mit den Uranbergwerken Bytíz, Vojna und weiteren Anlagen. Hier galt dasselbe Organisationsmodell – Registrierung, Umverteilung der Gefangenen nach Arbeitsbedarf, strenge Bewachung und ein hartes Disziplinarsystem. Die Lager nahmen Gefangene sowohl aus regionalen Verfahren als auch aus den Registrierungszentren in Jáchymov auf. Transporte zwischen den Regionen erfolgten regelmäßig, sei es aus arbeitsorganisatorischen Gründen oder als Disziplinarmaßnahme.
Gemeinsam war allen Regionen die Arbeit ohne ausreichenden Schutz vor Radioaktivität und Staubbelastung. Die Gefangenen waren langfristig dem Uranerz ausgesetzt, oft ohne grundlegende hygienische Möglichkeiten. Unzureichende Ernährung, schwierige klimatische Bedingungen und körperlich extrem belastende Arbeit führten zu zahlreichen gesundheitlichen Schäden. Das Regime stützte sich auf administrative Kontrolle, physische Strafen und psychische Einschüchterung.
Organisatorisch waren alle Lager in ein einheitliches Leitungssystem eingebunden. Das geförderte Uranerz wurde gesammelt, aufbereitet und unter Bewachung exportiert. Der gesamte Prozess unterstand der zentralen staatlichen Steuerung, die einzelnen Regionen stellten lediglich geografische Zweige desselben Systems dar.
Auch Lager außerhalb Jáchymovs sind symbolisch in die Lager-Kreuzweg-Darstellung einbezogen. Die Erinnerung an das Leid der Gefangenen überschreitet somit die Grenzen einer einzigen Stadt und verweist auf ein weitverzweigtes Repressionssystem.


