WUNDER DER JUNGFRAU MARIA AUF MARIÁNSKÁ (MARIA-SORG)
Einleitung
Pater Franziskus Seraph schreibt in seinem Vorwort über die Verehrung der Heiligen durch ihre Darstellungen. Er betont ausdrücklich, dass das Gebet stets an den Heiligen selbst gerichtet ist – nicht an das Bild oder die Statue. Als Beispiel für die wirksame Fürsprache Mariens führt er die Hochzeit zu Kana an, wo Maria durch ihre Bitte bei Jesus den Brautleuten half.
Er zitiert außerdem den heiligen Bonaventura sowie den heiligen Alfons von Liguori.
Anschließend legt er die erhörten Gebete so vor, wie sie im Gedenkbuch des Kapuzinerhospizes auf Mariánská (Maria-Sorg) gesammelt und niedergeschrieben wurden.
Verzeichnis der erhörten Gebete und Wunder
Die Einträge stammen überwiegend aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Sie schildern Heilungen, Rettungen und außergewöhnliche Ereignisse, die der Fürsprache der Mutter Gottes von Maria-Sorg zugeschrieben werden.
Wiederkehrende Motive sind:
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Heilung von Lähmungen, Blindheit, Epilepsie und schweren Krankheiten
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Rettung von Kindern aus Lebensgefahr
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Erhörung nach Gelübden (Wallfahrten, Rosenkranzgebet, heilige Messen, Opfergaben)
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Votivgaben aus Silber (Augen, Gliedmaßen), Kelche, Kerzen oder Geldspenden
Ausgewählte Fälle
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Ein dreijähriger Knabe aus Schlaggenwald wurde von einer gelähmten Beinleiden geheilt, nachdem seine Mutter auf Mariánská gebetet hatte (1699).
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Eine acht Tage alte Tochter, die keine Nahrung annahm, begann nach dem Gebet auf Mariánská wieder Muttermilch zu trinken (1702).
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Ein Töpfergeselle aus Böhmisch Leipa erlangte nach drei versprochenen Wallfahrten sein Augenlicht zurück (1736).
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Mehrere Kinder wurden von Blindheit oder Lähmung geheilt, nachdem ihre Eltern Gelübde abgelegt hatten.
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1792 wurde ein dreijähriger Junge, der vom Hochwasser des Joachimsthaler Baches 3000 Schritte weit fortgerissen wurde, zwischen Holzstämmen lebend aufgefunden – nachdem die Mutter ihn der Mutter Gottes anvertraut hatte.
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Ein junger Mann in Eger wurde 1796 von einem schwer beladenen Wagen überrollt, blieb jedoch unverletzt, nachdem er in seiner Not „Maria Sorg, steh mir bei!“ gerufen hatte.
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1854 fiel das Herz einer Glocke unter die vor der Kirche versammelten Gläubigen, ohne jemanden zu verletzen.
Mehrfach wird berichtet, dass Heilungen von öffentlichen Dankwallfahrten und Messstiftungen begleitet wurden.
Historischer Rahmen
Maria-Sorg entwickelte sich im 17. Jahrhundert zu einem bedeutenden Wallfahrtsort oberhalb von Joachimsthal. Das Kapuzinerhospiz war ein geistliches Zentrum der Region.
Der Herausgeber vermerkt, dass die Veröffentlichung dieser außergewöhnlichen Ereignisse im Einklang mit den Dekreten Papst Urban VIII. vom 13. März 1625 und 5. Juni 1631 steht, welche die Veröffentlichung von Wundern regelten.
Schlusswort
Die Sammlung von Pater Franziskus Seraph ist nicht nur ein Verzeichnis wundersamer Heilungen. Sie ist zugleich ein Spiegel barocker Frömmigkeit und ein Zeugnis tief verwurzelter Marienverehrung im Erzgebirge.
„Christen, vertraut auf die Macht der Fürsprache Mariens und hofft auf Gottes unendliche Güte. Schöpft aus der unerschöpflichen Quelle der Gnade auf Maria-Sorg. Alles zur größeren Ehre Gottes und der unbefleckten Jungfrau und Mutter Gottes Maria.“


