WAPPEN, NAME UND SCHUTZPATRONE DER STADT
DAS STADTWAPPEN
Das ursprüngliche Stadtwappen leitete sich vom Familienwappen des Geschlechts Schlik ab. Dieses war geviert mit einem Herzschild. Auf dem Herzschild befand sich das ursprüngliche schliksche Zeichen – in silbernem Feld eine blaue Säule mit goldener Krone und goldenem Sockel, gehalten von zwei roten Löwen.
Im ersten und dritten Feld befand sich das Wappen von Holitsch (Weisskirchen) – in blauem Feld ein goldener, springender Löwe, der in seinen Pranken eine silberne Kirche mit ziegelrotem Dach hielt. Im zweiten und vierten Feld erschien das Wappen der Grafschaft Bassano – in rotem Feld ein silberner Sparren, in den entstandenen Feldern jeweils ein Ring in entgegengesetzter Farbe.
Als die Schlik der Stadt das Wappen verliehen, wurde der Sparren im dritten Feld durch das bergmännische Symbol – gekreuztes Schlägel und Eisen in natürlichen Farben auf silbernem Grund – ersetzt. Zugleich entfernte man die adeligen Elemente – Helm, Kleinod und Helmdecken –, da diese ausschließlich dem Adel zustanden.
An ihrer Stelle erscheinen im Wappen von Joachimsthal zwei Schildhalter: der heilige Joachim und die heilige Anna.
Die Eltern der Jungfrau Maria wurden nicht zufällig gewählt. Der heilige Joachim ist Patron der Stadt, die heilige Anna Patronin der Bergleute. Beide tragen blau-rote Gewänder, jedoch spiegelbildlich zueinander. Der heilige Joachim trägt ein blaues Untergewand und einen roten Mantel, die heilige Anna umgekehrt.
Dieses Wappen wurde vom 6. Januar 1520 bis 1546 geführt. In diesem Jahr wurden die schlikschen Elemente aus dem Wappen entfernt. Seitdem verwendet die Stadt das Wappen in unveränderter Form bis heute.
Im Herzschild befindet sich nun ein silberner Balken im roten Feld. Darüber liegt das bergmännische Symbol – gekreuztes silbernes Schlägel und Eisen mit goldenen Stielen.
Im ersten und vierten Feld erscheint ein schräg geteiltes golden-rotes Feld mit dem böhmischen doppelschwänzigen silbernen Löwen mit goldener Krone und goldener Bewehrung.
Im zweiten und dritten Feld sieht man einen goldenen Förderturm zwischen silbernen Bergen unter blauem Himmel. Von links nähert sich eine Bergmannsgestalt in natürlichen Farben.
Als Schildhalter dienen weiterhin der heilige Joachim (rechts) und die heilige Anna (links). Beide tragen ein blaues Gewand und einen roten Mantel. Der heilige Joachim stützt sich auf einen braunen Stab.
DER NAME DER STADT
Der heilige Joachim wurde nicht zufällig als Patron gewählt. Im benachbarten Sachsen existierten bereits Bergstädte, die der sogenannten Heiligen Familie – den Eltern Jesu Christi und der Jungfrau Maria – geweiht waren: Annaberg, Marienberg und Josefstadt (Jöhstadt). Es fehlte jedoch der Vater der Jungfrau Maria.
Die ursprüngliche Siedlung trug den Namen Konradsgrün, benannt nach Konrad von Wohlsburg, dem Verwalter der sogenannten Ostfränkischen Mark. Die neue Siedlung erhielt zunächst schlicht den Namen „Thal“ – Tal.
Mit der Erhebung zur Stadt und der Weihe an den heiligen Joachim lautete der Name St. Joachimsthal – Tal des heiligen Joachim.
Während des Zweiten Weltkrieges wurde der Name in Radiumbad St. Joachimsthal geändert. Nach 1948 wurden kirchliche Bezeichnungen aus Ortsnamen entfernt, sodass die Stadt den verkürzten Namen Jáchymov erhielt.
PATRONE UND BESCHÜTZER DER STADT
Der heilige Joachim
Der heilige Joachim gilt der Überlieferung nach als Vater der Jungfrau Maria und als Ehemann der heiligen Anna. Er wurde in Nazareth geboren und wird auch als Eli, Eliakim, Jehoakim oder Joakim bezeichnet.
In den kanonischen Evangelien erscheint sein Name nicht; bekannt ist er aus dem apokryphen Protoevangelium des Jakobus. Sein Name wird als „Vom Herrn bereitet“ gedeutet.
Joachim war ein wohlhabender Hirte, blieb jedoch kinderlos, was in der jüdischen Tradition als Zeichen göttlicher Ungnade galt. Als seine Opfergabe im Tempel abgelehnt wurde, zog er sich für vierzig Tage in die Wüste zurück, wo er fastete und betete. Durch einen Engel wurde ihm die Geburt eines Kindes angekündigt. Bald wurde ihnen Maria geboren, und kurze Zeit später starb Joachim.
Diese Szenen wurden häufig bis zum Trienter Konzil (1545–1563) dargestellt, das apokryphe Darstellungen untersagte.
Ursprünglich wurde sein Fest am 16. August gefeiert. Auf Anordnung von Papst Gregor XIII. wird es gemeinsam mit der heiligen Anna am 26. Juli begangen. Er ist Patron der Ehepaare, der Tischler und der Leinenhändler.
Die heilige Anna
Die heilige Anna wurde der Überlieferung nach in Bethlehem geboren. Sie ist die Ehefrau des heiligen Joachim und Mutter der Jungfrau Maria. Ihr Name bedeutet „die Gnadenreiche“.
Nach Joachims Rückkehr aus der Wüste traf sie ihn am Goldenen Tor in Jerusalem. Auch sie ist aus apokryphen Quellen bekannt.
In der Ostkirche wurde sie bereits im 6. Jahrhundert verehrt, als Kaiser Justinian ihr eine Kirche weihte. In der Westkirche wurde ihre Verehrung 1378 von Papst Urban VI. für England zugelassen. 1481 wurde sie von Papst Sixtus IV. offiziell in den Heiligenkalender aufgenommen.
Besonders Karmeliten, Benediktiner, Kapuziner und Augustiner-Chorherren förderten ihre Verehrung. Bemerkenswert ist, dass später auch die Kapuziner in das Kloster auf Mariánská (Maria-Sorg) kamen, die eng mit der Annentradition verbunden waren.
Die heilige Anna ist Patronin der Mütter, der Ehe, der glücklichen Geburt, der Bergleute, Müller, Tischler, Weber, Schneider, Spitzenklöppler, Seiler, Knechte und Drechsler. Sie gilt zudem als Schutzpatronin von Florenz, Québec, Neapel, Innsbruck und der Bretagne.


