BÄCHE VON JOACHIMSTHAL
Einleitung
In den Namen der Bäche, die durch Joachimsthal und seine Umgebung fließen, herrscht seit Langem Verwirrung. Die Bezeichnungen wechseln, überschneiden sich oder fehlen ganz. Dabei handelt es sich keineswegs um ein Phänomen der letzten Jahre – Unsicherheiten finden sich bereits in historischen Kartenwerken.
Mit Joachimsthal sind vier Hauptwasserläufe verbunden: der Joachimsthaler Bach, die Weseritz, der Stísněný Bach (Pressnitzbach) und die Sucha.
Historische Benennungen
Auf alten Karten – etwa im II. Militärischen Aufnahmewerk – erscheinen die Bäche, sofern sie überhaupt bezeichnet sind, meist als Joachim Thaler Bach und Weseritz. Als Weseritz wird häufig der vom Keilberg (Klínovec) kommende Bach bezeichnet.
Komplizierter wird die Lage dadurch, dass manche Karten zwischen Weseritz A und Weseritz B unterscheiden, während der gemeinsame Lauf ab dem Zusammenfluss als Joachim Bach erscheint. Andere Darstellungen führen die Weseritz durchgehend vom Keilberg bis nach Schlackenwerth (Ostrov).
Offenbar war den Kartographen bewusst, dass hier mehrere Wasserläufe existierten und welche Namen gebräuchlich waren, doch die exakte Zuordnung erfolgte nicht immer konsequent. Diese „großzügige“ Handhabung wirkt bis heute nach.
Gegenwärtige Situation
Auch heute bestehen Unterschiede: Verschiedene Online-Kartenportale, die Wasserwirtschaft (Povodí Ohře) und das Tschechische Hydrometeorologische Institut (ČHMÚ) verwenden teils abweichende Bezeichnungen. Folgt man jedoch der Mehrheitsverwendung und der hydrologischen Logik, ergibt sich ein übersichtliches Bild.
Der Joachimsthaler Bach
Der wichtigste Wasserlauf ist der Joachimsthaler Bach. Er entspringt oberhalb der Stadt, speiste früher den Stadtteich (Jezírko) und fließt anschließend – heute größtenteils unterirdisch – durch die Stadt. Unterhalb Joachimsthals setzt er seinen Lauf durch das Mühlental fort und mündet in Schlackenwerth bei der Poliklinik in die Bystřice.
Keilberger Bach, Weseritz und Stísněný Bach
Im Bereich des Kurviertels mündet der Keilberger Bach in den Joachimsthaler Bach. Er entspringt an den Hängen des Keilbergs, fließt an der Talstation der Seilbahn vorbei und nimmt unterhalb davon die Weseritz auf.
Die Weseritz entspringt unterhalb des Neklid und ist ein rechter Nebenfluss des Keilberger Baches.
Ein weiterer rechter Nebenfluss ist der Stísněný Bach. Er entspringt in Moorgebieten bei Gottesgab (Boží Dar), unterquert die Straße bei Jahodina und fließt entlang des Hanges des Berges Dub Richtung Můstek. Von dort führt sein Lauf unterhalb des ehemaligen Bergwerks Bratrství in den Keilberger Bach.
Die Sucha
Der letzte bedeutende Bach im Stadtgebiet ist die Sucha. Sie entspringt an den Hängen des Schwarzen Felsens oberhalb der Siedlung Sucha, durchfließt diese und erreicht anschließend Joachimsthal. Dabei umfließt sie das Gelände des ehemaligen Bergwerks Panorama sowie den Galgenberg (Šibeniční hora).
Im Mühlental mündet sie als linker Nebenfluss in den Joachimsthaler Bach. Am Zusammenfluss stand einst eine Mühle mit Papierfabrik; heute befindet sich dort das Gasthaus U Vlčků.
Schluss
Trotz der historisch und gegenwärtig uneinheitlichen Namensgebung ist das Gewässersystem rund um Joachimsthal klar strukturiert. Der Joachimsthaler Bach bildet die Hauptachse, in die die Gebirgsbäche vom Keilberg, aus dem Raum Gottesgab und vom Schwarzen Felsen einmünden. Gemeinsam prägen sie seit Jahrhunderten nicht nur das Landschaftsbild, sondern auch die bergbauliche und industrielle Entwicklung der Stadt.


