VERLAGERUNG NACH PŘÍBRAM UND ABSCHLUSS DER JÁCHYMOVER PHASE (1957–1961)
13.1 Geologische Erschöpfung der Lagerstätte
Die intensive Förderung in den Jahren 1946 bis 1955 führte zur schrittweisen Erschöpfung der wirtschaftlich nutzbaren Vorräte der Lagerstätte von Jáchymov. Die Uranmineralisation war zwar stellenweise weiterhin vorhanden, jedoch:
• sank der Metallgehalt im Erz,
• stiegen die Kosten für den Abbau in größeren Tiefen,
• nahm die technische Komplexität der Förderung zu.
Geologische Erkundungen wurden bereits seit dem Ende der 1940er Jahre auch im Raum Příbram durchgeführt. Die dortigen historischen Silberbergwerke wiesen bedeutende Uranvererzungen auf.
13.2 Entstehung des Förderzentrums Příbram
Im Jahr 1949 wurde innerhalb der Jáchymovské doly das Bergbauinspektorat Nr. 7 – Příbram eingerichtet. Anfangs wurde das gesamte geförderte Erz zur Verarbeitung nach Jáchymov transportiert.
Im Verlauf der 1950er Jahre entwickelte sich Příbram jedoch zum wichtigsten Uranfördergebiet. Im Jahr 1960 wurde das Inspektorat reorganisiert, und 1961 entstand das Unternehmen Uranové doly Příbram (Uranbergwerke Příbram). Damit endete faktisch die eigenständige Existenz der Jáchymovské doly als zentrales Zentrum des Uranbergbaus.
Am 15. Juni 1961 wurde das letzte Jáchymover Lager, Rovnost, geschlossen. Damit ging nicht nur die bergbauliche, sondern auch die repressive Phase der Region zu Ende.
13.3 Städtebauliches und soziales Erbe
Die Uranindustrie veränderte die Struktur der Region grundlegend:
• Entstehung einer Plattenbausiedlung in Ostrov,
• Bau von nahezu 3.000 Wohnungen,
• Errichtung umfangreicher Industrieanlagen,
• Umgestaltung der Landschaft durch den Tiefbergbau.
Nach dem Ende der Förderung blieb die Infrastruktur bestehen, verlor jedoch ihre ursprüngliche Funktion. Die Region musste sich an eine neue wirtschaftliche Realität anpassen.


