URAN ALS INSTRUMENT DES KALTEN KRIEGES
12.1 Die sowjetische Atombombe (1949)
Am 29. August 1949 führte die Sowjetunion ihren ersten erfolgreichen Atomwaffentest (RDS-1) durch. Die stabile Versorgung mit Uran aus der Tschechoslowakei und der DDR trug zur Beschleunigung des Programms bei.
Das Uran aus Jáchymov beeinflusste somit indirekt die Entstehung des nuklearen Gleichgewichts zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion.
12.2 Geopolitische Asymmetrie
Die Vereinigten Staaten boten der Tschechoslowakei nach dem Krieg günstige wirtschaftliche Bedingungen im Austausch für eine Begrenzung des Uranbergbaus an. Die Tschechoslowakei entschied sich jedoch für eine Zusammenarbeit mit der Sowjetunion.
Dadurch wurde Uran dem gewöhnlichen Handelsbereich entzogen und zu einem geopolitischen Instrument.
12.3 Strategischer Wert
Uran kann nicht ausschließlich als Rohstoff oder Handelsware betrachtet werden. Sein Wert beruhte auf:
• der Fähigkeit zur Erzeugung von Kernenergie
• der Möglichkeit zur Herstellung von Kernwaffen
• seiner politischen Bedeutung im Kontext des Kalten Krieges
Jáchymov spielte damit eine Rolle im globalen Gleichgewicht des Schreckens.


