PRODUKTION JAHR FÜR JAHR UND METHODIK DER BERECHNUNGEN
8.1 Ausgangssituation (1945)
Im Jahr 1945 waren lediglich drei Bergwerke in Betrieb, von denen zwei tatsächlich förderten. Sie beschäftigten ungefähr 120 Personen. Die technische Ausstattung war unzureichend, und die Infrastruktur war durch den Krieg beschädigt.
8.2 Wachstumsdynamik
1946 – etwa 18 Tonnen Uran
1947 – deutlicher Anstieg (mehrere Dutzend Tonnen)
1948 – weiteres Wachstum im Zusammenhang mit der Zentralisierung
1949 – etwa 100 Tonnen
1950–1953 – starker Produktionsanstieg
1955 – Erreichen des Fördermaximums
1957 – Höchststand des Umfangs der bergmännischen Arbeiten
Die Gesamtmenge des zwischen 1945 und 1956 geförderten Materials wird auf knapp 50.000 Tonnen geschätzt; einige Quellen nennen sogar bis zu 80.000 Tonnen.
8.3 Warum unterscheiden sich die Angaben?
Die Unterschiede zwischen 50.000 und 80.000 Tonnen ergeben sich aus mehreren Faktoren:
Ob lediglich der Metallgehalt (Uran) oder das Erz insgesamt berücksichtigt wird.
Ob Konzentrate in die Berechnungen einbezogen werden.
Ob die Förderung in Schlaggenwald (Horní Slavkov) und anderen Gebieten desselben Unternehmens eingeschlossen ist.
Unterschiedliche Methoden der Umrechnung auf den Gehalt an U₃O₈.
Die erheblichen Unterschiede sind daher nicht zwangsläufig Folge von Ungenauigkeiten, sondern beruhen auf unterschiedlichen Definitionen der zugrunde liegenden Daten.
8.4 Vergleich mit der deutschen Periode
Während die deutsche Förderung höchstens etwa 11 Tonnen pro Jahr erreichte, war die Nachkriegsproduktion um ein Vielfaches höher. Der Unterschied beruhte auf:
• der massiven Mobilisierung von Arbeitskräften
• der planmäßigen Erhöhung der Förderquoten
• Investitionen in die Infrastruktur
• dem Einsatz von Zwangsarbeit


