ZÁLESÍ
Zálesí, früher Werlsgrün oder Wörlsgrün, gilt als die älteste besiedelte Stelle im Gebiet von Joachimsthal. Bereits der Renaissancechronist Johannes Mathesius erwähnt Werlsgrün als alten Ort, der schon vor der Gründung von Joachimsthal existierte. Die Entstehung der Siedlung wird daher wahrscheinlich in den Beginn des 13. Jahrhunderts im Zusammenhang mit der Kolonisationstätigkeit des Prämonstratenserklosters Tepl datiert.
Werlsgrün gehörte zu den höchstgelegenen und zugleich nördlich gelegenen Siedlungen der Region. Bereits im Jahr 1386 wird der Ort jedoch als verlassen erwähnt, ähnlich wie das nahe Konradsgrün oder Hagenau. Ursache waren vermutlich die ungünstige Höhenlage und das raue Klima.
Eine erneute Besiedlung erfolgte erst nach der Gründung der Bergstadt Joachimsthal im 16. Jahrhundert. Zusammen mit dem nahen Mariánská (Maria Sorg) bildete Werlsgrün das landwirtschaftliche Hinterland der Bergstadt, insbesondere für die Viehzucht. Die weitere Entwicklung hing mit dem benachbarten Silberbergwerk Eva Apfelbaum zusammen, das im 16. Jahrhundert zu den bedeutenden Gruben der Region gehörte.
Im Jahr 1847 standen hier 13 Häuser mit 98 Einwohnern, und 1850 wurde Werlsgrün offiziell Ortsteil von Joachimsthal. Nach der Stilllegung der Grube orientierten sich die Bewohner wieder auf Viehzucht, Weidewirtschaft und Waldarbeit. 1930 lebten hier noch 69 Einwohner.
Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es zu grundlegenden Veränderungen. 1948 wurde der Ort offiziell in Zálesí umbenannt. 1961 wurde er Ortsteil von Joachimsthal und blieb es bis zu seinem Erlöschen am 1. Januar 1974. Von der ursprünglichen Siedlung blieb nur ein einziges Haus sowie einige Gartenhütten erhalten.
Den entscheidenden Einschnitt brachte der Uranbergbau. Zunächst wurde die Grube Eva wieder in Betrieb genommen, auf dem Gelände der älteren Grube Ochsenbusch entstand die Grube Adam. Zusammen mit der Grube Elias bildeten sie einen großen Industriekomplex, der das Elias-Tal grundlegend veränderte.
Nach dem Ende des Uranbergbaus standen die Gebäude zunächst leer. Im Rahmen der Beseitigung der Spuren ehemaliger Lager wurden sie dem Bezirksamt Most übergeben, das hier eine Schule im Grünen einrichtete. Aus Werkstätten wurden Klassenräume, über dem Schacht entstand aus dem Maschinenhaus eine Turnhalle und aus den Baracken wurden Schlafräume, Küche und Speisesaal. Diese Einrichtung bestand noch zu Beginn der 1990er Jahre, danach verfielen die Gebäude und heute sind nur noch Ruinen vorhanden.


