SUCHÁ
Die Siedlung Suchá (deutsch Dürnberg) entstand wahrscheinlich zu Beginn des 16. Jahrhunderts im Zusammenhang mit der Entwicklung des Bergbaus in Joachimsthal während des Silberbooms. Zur gleichen Zeit entstanden auch die umliegenden Bergbausiedlungen Léno (Holzbachlehen) und Plavno (Holzbach). Erste Nachweise einer Besiedlung der weiteren Umgebung reichen jedoch bereits in das frühe 13. Jahrhundert zurück, als das Kloster Tepl laut einigen Quellen im Rahmen der Kolonisation in der Nähe des heutigen Suchá die Siedlung Hanau (Hagenau) gründete. Diese existierte noch vor der Gründung der Bergstadt Joachimsthal.
Suchá wurde im Tal des Baches Suchá an den Hängen der Černá skála im Gebiet des Joachimsthaler Bergreviers in der Nähe von Silbergruben gegründet. Hier wurden mehrere Erzgänge unterschiedlicher Ergiebigkeit abgebaut, vor allem die Gänge St. Franziskus, Zeidler, Gottes Hilfe, Kobaltová und Neuhäusel. Die Bewohner lebten hauptsächlich vom Bergbau, von Waldarbeit und von kleinbäuerlicher Landwirtschaft. Obwohl die Siedlung älter ist, stammt die erste erhaltene schriftliche Erwähnung erst aus dem Jahr 1785, als sie in Verwaltungsverzeichnissen aufgeführt wurde.
Nach der allmählichen Erschöpfung der Lagerstätten orientierten sich die Bewohner auf Landwirtschaft, Viehzucht und Forstarbeit um. An diese Zeit erinnern noch heute Steinwälle, die beim Entsteinen der Felder entstanden und heute meist bewaldet sind. Schriftliche Quellen aus der Zeit zwischen dem Niedergang des Bergbaus und der Mitte des 20. Jahrhunderts erwähnen Suchá nur selten.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gebiet stark von der Vertreibung der deutschen Bevölkerung betroffen. Aus den Siedlungen Léno und Plavno wurde praktisch die gesamte Bevölkerung ausgesiedelt, während in Suchá vor allem Facharbeiter aus den Joachimsthaler Bergwerken blieben. Die Siedlung wurde anschließend mit Bewohnern aus dem Landesinneren neu besiedelt, während Léno und Plavno nicht dauerhaft erneuert wurden.
Nach dem Krieg wurden in Suchá die Schule wieder eröffnet, ein Gasthaus betrieben und eine Wasserleitung aus dem Bach Suchá gebaut. Mit Beginn des intensiven Uranabbaus wurde im Gebiet der untergegangenen Siedlung Plavno ein gleichnamiges Uranbergwerk eröffnet. Neben Häftlingen arbeiteten hier auch zivile Beschäftigte, wodurch die Einwohnerzahl von Suchá vorübergehend anstieg.
Nach dem Ende des Uranabbaus zog ein Teil der Bewohner in das nahe gelegene Ostrov um, wo neue Wohnsiedlungen mit modernem Komfort entstanden. Viele Häuser in Suchá blieben leer. Das Gebiet besaß jedoch ein bedeutendes Erholungspotenzial – saubere Luft, ruhige Umgebung und die Nähe zu den Skigebieten in Joachimsthal und am Keilberg zogen nach und nach Erholungssuchende aus dem ganzen Land an. Der Bau von Ferienhäusern dauerte hier bis etwa 1980 an.
Heute ist das bedeutendste Bauwerk der Siedlung die Kirche des Heiligsten Herzens Jesu aus den 1920er Jahren. Das Gebäude gehört zwar nicht zu den architektonisch herausragenden Denkmälern, bildet aber dank der Treffen heutiger und ehemaliger Bewohner ein wichtiges gesellschaftliches Zentrum. In der Ortschaft befinden sich außerdem ein Skihang mit Lift und eine kleine Sprungschanze.
Der Erzgang St. Franziskus ähnelte dem Joachimsthaler Gang Evangelist. Bei einer Mächtigkeit von bis zu etwa 90 Zentimetern enthielt er neben Kalkstein, Quarz, Dolomit und Schiefer vor allem Uran-, Silber-, Kobalt- und Wismuterze. Der Gang Zeidler war sehr ähnlich aufgebaut. Der Gang Gottes Hilfe war durch einen hohen Gehalt an gediegenem Silber bedeutend, während der Kobaltová-Gang vor allem Smaltin enthielt. Der Gang Neuhäusel führte neben Uranerzen auch Bleiglanz, Arsenkies und Nickelkies.
Die Gruben lagen in zwei Schürffeldern – einem nördlichen und einem südlichen. Im südlichen Feld befanden sich zwei Hauptgruben im Besitz sächsischer Gewerkschaften, der Stollen der Sächsischen Edelleute und die Grube Gottes Hilfe. Uranerz wurde nach Joachimsthal geliefert, während andere Erze nach altem Bergrecht in Hütten nach Freiberg transportiert wurden. Die Grube Gottes Hilfe erreichte eine Tiefe von etwa 400 Metern, war jedoch im 19. Jahrhundert weitgehend erschöpft und teilweise verschüttet.
Im nördlichen Feld lagen kleinere Gruben in privatem Besitz. Im Jahr 1879 wurde der Stollen Suchá (Dürnberg) entlang des Ganges Neuhäusel vorgetrieben, der später an den Gang Zeidler angeschlossen wurde. Von diesem Stollen wurde auch ein etwa 21 Meter tiefer Schacht zum Kobaltová-Gang abgeteuft.
Im Jahr 1948 wurde direkt in der Siedlung die Uranmine Tomáš eröffnet. Sie war nicht besonders ergiebig, erreichte jedoch eine Tiefe von 253 Metern. Sie war an die Gänge Wolfgang, Tomáš, Steingeler und Dürnberg angeschlossen. Entwässert wurde sie durch den Kozlí- (Bock-) Stollen, dessen Mundloch sich hinter dem heutigen Postamt in Joachimsthal befindet.


