NOVÉ MĚSTO
Der heutige Ortsteil von Joachimsthal namens Nové Město war ursprünglich höchstwahrscheinlich ein fester Bestandteil der Stadt. Die Bebauung im Bereich der Burg Freudenstein entwickelte sich spätestens im 16. Jahrhundert, was auch die älteste erhaltene Karte von Joachimsthal aus dem Jahr 1556 belegt, auf der Neustadt bereits eingezeichnet ist. Nach einigen Quellen entstanden weitere Gebäude in der Umgebung der Burg auch im Laufe des 17. Jahrhunderts.
Die erste schriftliche Erwähnung von Nové Město als eigenständig aufgeführter Ortschaft stammt aus dem Jahr 1654. Johann Gottfried Sommer schreibt in seinem Werk Das Königreich Böhmen von 1847, dass die Burg Freudenstein in der Mitte der Stadt liegt, wobei der ältere Teil von Joachimsthal aus Kirche und bedeutenden Gebäuden besteht und der andere Teil die Neustadt bildet, die im Dreißigjährigen Krieg durch schwedische Truppen schwer beschädigt wurde. Daraus geht hervor, dass die Neustadt bereits früher als natürlicher Teil der Stadt existierte.
Im 20. Jahrhundert veränderte sich die Entwicklung des Gebietes deutlich. In der Zeit, als das Joachimsthaler Gebiet wegen des Uranbergbaus Sperrgebiet war, entstanden in der Umgebung von Nové Město Erholungsobjekte für Vertreter des kommunistischen Regimes und ausgewählte Betriebe. Nach der schrittweisen Öffnung des Gebietes wurden diese Anlagen auch für die allgemeine Erholung und den Tourismus genutzt.
Heute sind in Nové Město etwa 118 Adressen registriert, und nach der letzten Volkszählung leben hier rund 49 Einwohner mit dauerhaftem Wohnsitz. Der Ort ist praktisch in zwei Teile gegliedert: der untere Teil mit historischer Bebauung, die an die ursprüngliche Stadt anschließt, und der obere Teil mit ehemaligen Arbeiterunterkünften der Uranbergwerke, die heute meist zu Ferienobjekten, Pensionen oder Hotels umgebaut sind.


