DAS ELIAS-TAL
Lage und Grundcharakter
Das Elias-Tal, von alten Bergleuten als Unterer Niklasberg bezeichnet, beginnt bei der Ziegelei (Cihelny) und endet zwischen den Siedlungen Zálesí und Vršek. Durch das Tal fließt der Eliasbach, an dem zahlreiche Wasserbauwerke errichtet wurden, um Maschinen und Förderanlagen der umliegenden Gruben mit Energie zu versorgen.
Silberbergbau im 16. Jahrhundert
Schon kurz nach der Gründung von Jáchymov stießen Bergleute in diesem Gebiet auf zahlreiche Erzgänge – Kravská, Elias, Dorota, Jan, Jiří, Fluder, Dušní, Červená, Jeroným und weitere. Neben vielen Stollen – zu den bedeutendsten zählten Georg, Elias und Fluder – existierten hier auch größere Gruben.
Die wichtigste war der Schacht Elias, einer der bedeutendsten Silberbergwerke der Region.
Eine Besonderheit stellte die Grube Antonín (St. Antoni Eisensteinzeche) dar. Sie war kein Silber-, sondern ein Eisenerzbergwerk. Möglich wurde dies durch das Vorkommen von Skarnen innerhalb der sonst vorherrschenden Glimmerschieferformation. An diese Skarne sind Magnetiterze gebunden; Hämatitlinsen erreichten Größen von 7 bis 30 Zentimetern. Die Mächtigkeit der Skarnschicht betrug hier 6 bis 20 Meter. Das Vorkommen gehört zu einem Erzband, das bei Měděnec bis ins späte 20. Jahrhundert abgebaut wurde.
An den Hängen in Richtung Jáchymov arbeiteten weitere Gruben. Die bedeutendste war der Schacht Rudolf, später Werner beziehungsweise Rovnost genannt.
Wasser als Energiequelle
Seit dem 16. Jahrhundert wurde das gesamte Tal nicht nur durch den Bergbau, sondern auch durch ein ausgeklügeltes Wassersystem stark verändert. Wasser war die wichtigste Energiequelle der damaligen Zeit.
Den westlichen Hang säumt der Fanggraben, ein Zuführungsgraben, dessen Verlauf bis nach Boží Dar verfolgt werden kann. Zur Wasserspeicherung wurde der Heinzenteich angelegt, benannt nach dem Erfinder der sogenannten Heinzenpumpen.
Vom Teich wurde das Wasser durch den Kunstgraben zum Wasserstollen geleitet. Sein Mundloch befand sich im Hang nahe der späteren Zentralen Kompressorstation. Das Mundloch ist heute verschwunden, doch das Verwaltungsgebäude (Cáchovna) ist dank späterer Nutzung erhalten geblieben.
Reste dieser Gräben, Kanäle und Geländeeinschnitte, die jede verfügbare Wasserquelle nutzten, sind bis heute sichtbar.
Uranbergbau – radikale Umgestaltung
Obwohl im Tal vom 16. Jahrhundert bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs kontinuierlich Bergbau betrieben wurde, brachte erst der Uranabbau in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine vollständige Veränderung der Landschaft. Das Elias-Tal wurde zu einem Zentrum des Uranbergbaus.
Unterhalb der aufgegebenen Grube Antonín entstand der Betrieb Eduard. Der Schacht Elias sowie Eva Apfelbaum wurden wieder in Betrieb genommen. Neue Gruben entstanden – Adam, Schacht Jiřina und Schacht 14. Zahlreiche Stollen wurden erneut geöffnet, darunter Stollen Nr. 5 und der ursprünglich silberführende Stollen Jiří.
Im Gegensatz zu den kleineren Halden des Silberbergbaus wurden die Hänge von massiven Uranhalden überdeckt. Nach Schätzungen des Unternehmens DIAMO lagern hier auf einer Fläche von 66.000 m² rund 1.467.600 m³ Material.
Unterhalb des Schachtes Jiřina entstand zudem ein großes Absetzbecken der Aufbereitung Elias mit etwa 1.800.000 Tonnen Rückständen. Diese Schlämme wurden 1962 abgetragen und zur Verarbeitung nach Mydlovary transportiert. Da das Becken den Eliasbach querte, wurde ein Umleitungsstollen aufgefahren, der das Wasser am Absetzbecken vorbeiführt.
Erhaltene Relikte
Der am besten erhaltene Teil des ursprünglichen Tales befindet sich unterhalb der Abertamer Kreuzung in Richtung Grube Eduard. Mithilfe von Laserscans aus der Luft wurden hier regelmäßig angeordnete Pingen, kleinere Halden und Gräben entdeckt. Ihre Regelmäßigkeit entspricht den spätmittelalterlichen Grubenmaßen.
Heutige Nutzung
Auf der großen Halde der Grube Eduard entstand ein Sportareal mit Biathlonstrecke; in unmittelbarer Nähe befindet sich eine Skipiste. Der übrige Teil des Tales dient eher als stilles Zeugnis der Vergangenheit, etwa mit der Pfadfinder-Gedenkstätte (Skautská mohyla).
Das Tal ist dank des Straßennetzes aus der Zeit des Uranbergbaus sowie durch den Lehrpfad Jáchymovské peklo gut zugänglich.
Seit Dezember 2018 steht das Gebiet unter Denkmalschutz und wurde 2019 Teil der Bergbaulandschaft Jáchymov, die in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen wurde.
Geologie und Natur
Neben der bergbaugeschichtlichen Bedeutung bietet das Tal auch geologische Besonderheiten. Neben üblichen Mineralien wurden hier weltweit seltene Wismutminerale wie Namibit, Eulytin und Beyerit gefunden.
Naturfreunde können zahlreiche geschützte Pflanzenarten beobachten, darunter Orchideen wie Dunkelroter Stendelwurz, Korallenwurz, Breitblättriges Knabenkraut, Geflecktes Knabenkraut und Großes Zweiblatt.


