Kirche des Heiligsten Herzens Jesu in Sucha bei Joachimsthal
Die Kirche des Heiligsten Herzens Jesu befindet sich ungefähr in der Mitte der Siedlung Sucha, die heute zu Joachimsthal (Jáchymov) gehört. Sie wurde in den Jahren 1927 bis 1929 für die Bedürfnisse der Bewohner dieses abgelegeneren Ortsteils errichtet, der relativ weit von der Pfarrkirche entfernt lag. Der Bau gehört in die Zeit der Zwischenkriegsjahre, als kleinere Sakralbauten häufig aus der Initiative der örtlichen Gläubigen entstanden und durch öffentliche Sammlungen finanziert wurden.
Ein Vorbereitungsausschuss unter dem Vorsitz von Johann Öehm und mit Johann Pepperl als Schriftführer erwog zunächst nur den Bau einer einfachen Kapelle, später entschied man sich jedoch für den Bau einer Kirche. Die finanziellen Mittel wurden vor allem durch Sammlungen unter den Bewohnern von Sucha und Joachimsthal aufgebracht, zudem unterstützte die Stadt den Bau durch die Lieferung von Bauholz. Im Jahr 1928 waren die Mittel in Höhe von 60 000 Kronen erschöpft, sodass kein Geld mehr für den Kauf einer Glocke vorhanden war.
Der Bauausschuss lieh daher eine historische Glocke aus dem Jahr 1630 des Glockengießers Hans Zinck aus, die im Stadtmuseum von Joachimsthal aufbewahrt wurde. Für die Ausleihe bürgten der Vorsitzende J. Öehm, der stellvertretende Vorsitzende K. Hahne sowie der Schulleiter in Sucha J. Drumm, der zugleich Kassierer des Ausschusses war. Dank dieser Leihgabe konnte die Kirche am 20. Oktober 1929 feierlich geweiht werden. Im Jahr 1940 verlangte die Stadt Joachimsthal die Rückgabe der Glocke, was die Bewohner hinauszögerten, da die Kirche sonst ohne Glocke geblieben wäre. 1941 wurde sie jedoch – wie viele andere Glocken in Joachimsthal und Umgebung – beschlagnahmt und für Kriegszwecke eingeschmolzen.
Nach 2000 ließ die Stadt Jáchymov die Kirche mit finanzieller Beteiligung der Karlsbader Region umfassend renovieren. Dabei wurden das Dach, die Fassaden und auch der Innenraum instand gesetzt.
Heute dient die Kirche als Treffpunkt für Bewohner und Besucher von Sucha. Es finden hier Konzerte und weitere kulturelle Veranstaltungen statt, und zu Weihnachten wird regelmäßig eine heilige Messe gefeiert. Von Frühjahr bis Herbst ist der Eingang durch ein Gitter gesichert, sodass zumindest ein Blick in den Innenraum möglich ist. Auch wenn das Gebäude historisch nicht zu den bedeutendsten Denkmälern der Stadt zählt, besitzt es doch einen wichtigen lokalen Wert und erinnert an das Gemeinschaftsleben der Zwischenkriegszeit.


