GEDENKSTÄTTE AM WEG ZUM DÍVČÍ SKOK

Einleitung
Die Gedenkstätte steht am Waldweg, der vom Hotel Panorama am Galgenberg vorbei zum Dívčí skok führt. Die Nähe zur historischen Richtstätte der Stadt verleiht dem Ort eine besondere Atmosphäre. Das Objekt selbst ist unauffällig und bleibt ohne Kenntnis der örtlichen Überlieferung leicht unbeachtet.
Die Überlieferung
Nach mündlicher Überlieferung reicht der Ursprung der Gedenkstätte in die Zeit des Zweiten Weltkriegs zurück. Ein Vater soll damals mit seinen zwei Kindern in Jáchymov gelebt haben – einem etwa zehnjährigen Jungen und einem kleinen Mädchen im Kinderwagen. Eines Tages musste der Vater zur Arbeit gehen und übertrug dem Sohn die Aufsicht über die Schwester. Der Junge nahm sie mit nach draußen, vergaß jedoch beim Spielen den Kinderwagen am Waldweg. Als der Vater nachts nach Hause kam und das Kind nicht vorfand, begann die Suche. Das Mädchen wurde schließlich genau dort gefunden, wo es zurückgelassen worden war – ruhig schlafend und unverletzt. Das Geschehen wurde als Wunder oder als Schutz durch eine höhere Macht gedeutet, zumal sich unweit davon über Jahrhunderte die städtische Richtstätte befand. Aus Dankbarkeit soll der Vater an dieser Stelle einen Stein mit einer Widmung aufgestellt haben.
Weitere Entwicklung
Nach dem Ende des Krieges kam es zur Vertreibung der deutschen Bevölkerung, und der Ort geriet allmählich in Vergessenheit. In der Nähe entstand ein Uranbergwerk, wodurch das Gebiet zeitweise unzugänglich wurde. Die Gedenkstätte überwucherte und ihre Geschichte geriet fast in Vergessenheit. Einer weiteren Erzählung zufolge kehrte nach politischen Veränderungen eine Frau regelmäßig an diesen Ort zurück, die behauptete, das einst zurückgelassene Kind zu sein. Sie soll hier Kerzen angezündet und ein Foto eines kleinen Mädchens in einem schützenden Rahmen angebracht haben. Ob die Pflege des Ortes bis heute fortgesetzt wird, ist nicht bekannt.
Andere Deutungen
Neben dieser Version existiert auch die Annahme, die Gedenkstätte erinnere an einen Jungen, der hier im Jahr 1943 verschwand oder ums Leben kam. Diese Erklärung würde eher dem Charakter eines klassischen Erinnerungsortes an ein konkretes tragisches Ereignis entsprechen. Eine eindeutige historische Bestätigung liegt bislang nicht vor.
Schluss
Die Gedenkstätte am Weg zum Dívčí skok bleibt somit ein Ort mit ungeklärter Geschichte. Sie kann Ausdruck von Dankbarkeit für ein abgewendetes Unglück sein oder an einen tatsächlichen tragischen Vorfall erinnern. Ohne archivalische Belege oder Zeitzeugenberichte lässt sich ihr Ursprung nicht abschließend klären.
Hinweis
Wer über weitere Informationen, Fotografien oder Archivunterlagen zu diesem Ort verfügt, kann wesentlich zur Klärung seiner Geschichte beitragen.


