KLÍNOVEC
Einleitung
Der Keilberg ist der höchste Gipfel des Erzgebirges. Sein Gipfel liegt weniger als fünf Kilometer von Jáchymov entfernt und gehört zum Karlsbader Kreis, konkret zum Katastergebiet von Jáchymov. Der Berg ist zwischen dem Karlsbader und dem Aussiger Kreis aufgeteilt. Geologisch handelt es sich um einen Gebirgskamm aus Glimmerschiefern und Orthogneisen. Bemerkenswert ist, dass der höchste Gipfel des Gebirges nicht in einem Naturschutzgebiet liegt.
Die erste schriftliche Erwähnung stammt vom Chronisten und Priester Johann Mathesius in seinem Werk Sarepta.
Die Entfernung von Jáchymov beträgt etwa 12 Kilometer mit dem Auto, rund 6,1 Kilometer zu Fuß beziehungsweise 3 Kilometer bis zur Talstation der Seilbahn.
Berghotel und Aussichtsturm
Das erste Bauwerk auf dem Gipfel war eine hölzerne Pyramide aus dem Jahr 1817. Nach einem Brand 1837 wurde sie durch einen Gloriet ersetzt, der jedoch 1868 ebenfalls abbrannte.
1880 entstand in Jáchymov der Erzgebirgsverein unter Leitung von Eduard Wenisch. Zunächst wurde ein provisorischer zweistöckiger Holzaussichtsturm errichtet, der 1884 durch einen steinernen Turm nach Plänen des Kadaňer Baumeisters Josef Peter ersetzt wurde. Der Bau begann am 17. Juni 1883 mit einem Kostenvoranschlag von 3300 Gulden, letztlich lagen die Kosten um 1000 Gulden höher. Der 24 Meter hohe Turm wurde am 3. August 1884 feierlich eröffnet. Zum Aussichtsbalkon führen 77 steinerne Stufen.
Von oben bietet sich ein weiter Blick über das gesamte Erzgebirge sowie auf den Böhmerwald, das Slavkovský-Gebirge, das Duppauer Gebirge, das Böhmische Mittelgebirge und das Nordböhmische Braunkohlenbecken. Bei außergewöhnlicher Fernsicht sind unter anderem die Schneekoppe, der Hohe Schneeberg bei Děčín, das Lausitzer Gebirge, der Berg Říp, der Ještěd, der Weiße Berg, der Petřín-Aussichtsturm sowie der Žižkov-Fernsehturm in Prag und sogar der Böhmerwaldkamm sichtbar. Ursprünglich war der Turm nur im Sommer geöffnet, später ganzjährig.
1893 entstand neben dem Turm eine kleine Gaststätte mit Wohnung für den Wächter. 1897 wurde eine Poststation eingerichtet, 1906 ein Telefonanschluss.
Eine zentrale Persönlichkeit der Entwicklung war Anton Müller, Vorsitzender des Vereins von 1899 bis 1933. 1900 wurden der Dotzauer-Saal, eine Küche und Zimmer für neun Gäste angebaut.
1908 fand auf dem Keilberg die Jubiläumsausstellung der Handwerks- und Industrieerzeugnisse der Erzgebirgsstädte statt. Dafür wurde eine neue Halle mit ungewöhnlicher Kassettendecke errichtet. Die Kassetten bestanden aus gespannter Hirschhaut und zeigten die Wappen der teilnehmenden Städte. Die Ausstellung wurde von Kaiser Franz Joseph I. eröffnet und von über 40.000 Besuchern besucht. Der Turm erhielt damals den Namen des Kaisers. Nach 1918 wurde der Saal in Sobitschka-Saal umbenannt.
In den 1920er Jahren entstanden weitere Bauten, 1927 wurde der Müller-Saal eröffnet. 1929 beschädigte ein Brand ein Gebäude. Nach dem Umbau durch den Jáchymover Baumeister Franz Rehn erhielt das Hotel sein heutiges Erscheinungsbild. Es verfügte über drei Säle und 112 Betten.
In Richtung Jáchymov entstanden Skipisten und eine Rodelbahn, in Richtung Oberwiesenthal wurde 1922 eine Skisprungschanze errichtet.
Kriegszeit und Nachkriegsentwicklung
Während des Zweiten Weltkriegs diente das Hotel militärischen Zwecken. Zwischen 1951 und 1960 nutzte es die Armee als Erholungsheim und Beobachtungsstation, ohne regelmäßige Instandhaltung. In den 1970er Jahren wurde eine Torkretierung durchgeführt, die jedoch langfristig zur Schädigung des Mauerwerks beitrug.
In der Nähe entstand ein 80 Meter hoher Fernmeldeturm. Nach 1989 verfiel das Hotel infolge gescheiterter Projekte und Eigentumsprobleme. 2003 erwarb die Gemeinde Boží Dar Hotel und Turm. Die Rekonstruktion des Turmes, die einen Ab- und Wiederaufbau beinhaltete, kostete über 15 Millionen Kronen.
Weitere Bauten und Seilbahnen
Auf dem Gipfel befinden sich neben Hotel und Turm auch Seilbahnstationen, eine Bergrettungsstation und ein Fernsehsender. Der Keilberg ist heute ein bedeutendes Wintersportzentrum.
Die erste Einsesselbahn am Südhang wurde 1965 eröffnet. Sie war 1685 Meter lang und überwand 428 Höhenmeter. Bis 2013 war sie die älteste in Betrieb befindliche Seilbahn der Tschechischen Republik.
Die heutige Vierersesselbahn PrimaExpress (Neue Jáchymover Bahn) überwindet 2168 Meter bei 481 Höhenmetern mit einer Kapazität von 2400 Personen pro Stunde.
Am Nordhang verkehrt die Dreiersesselbahn Dámská mit 1222 Metern Länge und 232 Metern Höhenunterschied.
Die 2011 errichtete CineStar Express war die erste Seilbahn in Tschechien mit einer orangefarbenen Schutzhaube.
Die 2012 gebaute Vierersesselbahn Suzuki des Unternehmens Doppelmayr ist 1074 Meter lang und befördert 2400 Personen pro Stunde.
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