ZENTRALE KOMPRESSORSTATION ELIÁŠ
Einleitung
Die zentrale Kompressorstation Eliáš wurde Mitte der 1950er Jahre als technisches Hauptzentrum für mehrere Uranbergwerke im Raum Jáchymov errichtet. Sie lag ungefähr im Schnittpunkt der gedachten Verbindungslinien zwischen den Schächten Adam, Eva, Rovnost, Eduard, Barbora und Jiřina sowie den Schächten Nr. 12 und 14. Ihre Aufgabe war die Lieferung von Druckluft mit etwa 8 Atmosphären für pneumatische Maschinen, insbesondere Bohrhämmer und Presslufthämmer im Untertagebetrieb.
Geschichte
Der Bau stand im Zusammenhang mit der massiven Entwicklung des Uranbergbaus nach dem Zweiten Weltkrieg. Nach dem Ende der Förderung verlor das Objekt seine Funktion, und die technische Ausstattung wurde demontiert und vermutlich in das Uranrevier Příbram verlegt. In Bytíz bei Příbram steht bis heute ein sehr ähnliches Gebäude aus derselben Zeit, vermutlich nach demselben Projekt der Projektierungsstelle Příbram, die zum Staatsbetrieb Uranové doly Jáchymov gehörte.
Beschreibung
Das Gebäude misst etwa 47 × 30 × 16 Meter und besteht aus einem nördlichen und einem südlichen Teil. Im nördlichen Teil befand sich im Erdgeschoss eine Transformatorenstation mit elf Transformatoren in separaten Kammern mit Ölauffangbecken. Die Kammern standen in zwei Reihen mit einer Durchfahrt dazwischen, die zugleich der Belüftung diente. Darüber lagen Schaltanlagen für Hoch- und Niederspannung sowie ein Zwischengeschoss für Kabeltrassen. Weitere Räume dienten als Lager, Werkstätten, Maschinenraum eines Kolbenkompressors und Betriebsräume.
Der südliche Teil bildete die unterkellerte Maschinenhalle mit sechs Zentrifugal-Turbokompressoren. Jeder lieferte bei etwa 7400 U/min bis zu 10 000 m³ Druckluft pro Stunde und wurde von einem Elektromotor mit etwa 1200 kW über ein Getriebe angetrieben. Die Anlagen wurden in den Škoda-Werken in Plzeň hergestellt. Unter der Hallendecke befand sich ein Brückenkran. Im Untergeschoss lagen Filteranlagen, Rohrleitungen, Kühlwasserpumpen, Motorenkühler und Öltechnik, jeweils separat für jede Maschine. Das Kühlwasser wurde in einem äußeren Becken von etwa 33 × 8 Metern mit Hilfe von Ventilatoren gekühlt. Treppenhäuser befanden sich in den Gebäudeecken.
Heutiger Zustand
Nach der Stilllegung verfiel das Gebäude allmählich. Das Dach blieb zunächst erhalten, doch die Stahlkonstruktion wurde Mitte der 1990er Jahre gestohlen. In der Nähe steht zudem die Ruine eines älteren Hauses, das im 19. Jahrhundert als Betriebsgebäude der Wassereinlass-Stollenanlage diente, durch die Wasser aus dem Heinz-Teich zur Grube Rovnost geleitet wurde. Während des Betriebs der Kompressorstation wurde das Gebäude aufgestockt und als Verwaltung genutzt. Heute bildet das Areal ein bedeutendes technisches Denkmal des Uranbergbaus.
Fotogalerie hier: https://mipalfi.rajce.idnes.cz/Jachymov%2C_Centralni_kompresorovna_turbo/


