TREIBWERK DER GRUBE HELENA HUBER (GRUBE JOSEF)
Einleitung
Es ist eine Ironie des Schicksals, dass eines der bedeutendsten Denkmäler Jáchymovs heute im Hof des Hrádek in Kutná Hora steht, wo sich das Tschechische Silbermuseum befindet. Es handelt sich um einen sogenannten Trejv, einen Pferdegöpel zum Fördern von Erz aus tiefen Schächten. Das einzigartige Gerät blieb in seiner ursprünglichen Form aus dem 16. Jahrhundert erhalten und wurde 1949 in der Freilichtausstellung des Museums aufgebaut.
Geschichte
Der Göpel wurde kurz nach 1520 über dem Schacht der Grube Helena Huber errichtet, einer der reichsten Gruben des Reviers. Obwohl die Grube 1901 verfüllt wurde und bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs stilllag, blieb der Göpel am Ort erhalten. Nach dem Krieg wurde die Grube im Zusammenhang mit dem Uranabbau wieder geöffnet und mit einem metallenen Fördergerüst ausgestattet, das ursprünglich von der Grube Svornost stammte.
1948 wurde der Göpel zum nationalen Kulturdenkmal erklärt und zerlegt. Ein Jahr später wurde er im Hof des Hrádek in Kutná Hora wieder aufgebaut, wo er sich bis heute befindet.
Beschreibung und Gegenwart
Die Anlage wurde ohne Verwendung eines einzigen Nagels gebaut und von vier Pferdegespannen angetrieben. Sie diente dazu, Lasten bis zu etwa einer Tonne aus einer Tiefe von rund 200 bis 250 Metern zu fördern. Das Gebäude besitzt einen runden Grundriss von etwa 16 Metern Durchmesser und eine Höhe von ungefähr 13 Metern mit steilem Dach auf einem etwa einen Meter hohen gemauerten Sockel. Zwei Eingänge führen in das Innere.
Der Mechanismus besteht aus einer vertikalen Holzachse mit Zapfenlagern unten im Boden und oben in einem Querbalken. Am oberen Ende ist eine hölzerne Trommel von etwa sechs Metern Durchmesser befestigt, auf die zwei starke Seile in entgegengesetzter Richtung aufgewickelt sind. Über Rollen liefen sie durch eine Öffnung im Dach über den Schacht. Während ein Seil aufgewickelt wurde, lief das andere ab, sodass gleichzeitig Erz gefördert und ein leerer Kübel abgesenkt werden konnte. Die Konstruktion ist bis heute funktionsfähig und stellt ein außergewöhnlich gut erhaltenes Beispiel bergmännischer Technik des 16. Jahrhunderts dar.
Fotogalerie: http://mipalfi.rajce.idnes.cz/Trejv_dolu_Josef/


