SCHWEIZER-GANG (ELIASTAL)
Der Schweizer-Gang bildet im Eliastal ein außergewöhnliches montanhistorisches Gebiet mit einem etwa 2,5 km langen Band von Pingen und Halden und mehr als hundert Abraumhalden mit trichterförmigen Einbrüchen an den Stellen ehemaliger Schächte.
Nach dem Geschieber-Gang war er die zweitreichste Silberader Jáchymovs. Bis 1589 wurden hier rund dreißig Tonnen Silber gewonnen. Der Gang gehörte zur Zeche St. Merten im Eliastal.
Entdeckt wurde er 1526 und nach dem rheinischen Gewerken Georg Schweizer benannt. Im Bereich des heutigen Nové Město an der Straße nach Mariánská trat die Ader an die Oberfläche. Agricola berichtet von Silberbrocken bis etwa hundert Kilogramm Gewicht, während Mathesius gediegenen Silberdraht „so dick wie ein Federkiel und eine halbe Elle lang“ beschreibt. In den oberen Bereichen konnte Silber nahezu direkt bis in etwa 80–100 m Tiefe gewonnen werden, während die Ader insgesamt bis etwa 300 m einfällt.
Im Joachimsthaler Revier war ein Bergwerk gewöhnlich in 128 Kuxe zu je etwa 1000 Talern aufgeteilt. Gerade am Schweizer-Gang wurde vermutlich der höchste Gewinn pro Kux erzielt. Schweizer selbst soll etwa 40 000 Gulden verdient haben, der Gewerke Merten Heidler sogar rund 100 000 Gulden Reingewinn.
Neben Silber enthielt die Ader auch Uranminerale. Nach Beginn der Herstellung von Uranfarben um 1840 wurde Uran zunächst aus den Halden gewonnen, weshalb diese ab 1843 erneut durchgearbeitet wurden. Auch in der Zeit des intensiven Uranabbaus im 20. Jahrhundert gehörte der Schweizer-Gang zu den bedeutenden Lagerstätten der Region.
Heute stellt das Gebiet ein einzigartiges montanhistorisches Landschaftsensemble dar.


