GRUBE SVORNOST IN JOACHIMSTHAL
Einleitung
Die bedeutendste Grube des Joachimsthaler Reviers und zugleich eine der wichtigsten Bergwerke der Tschechischen Republik ist zweifellos die Grube Svornost. Sie zählt zu den am längsten kontinuierlich betriebenen Bergwerken Europas und gehört zu den frühesten Orten des systematischen Uranabbaus weltweit. Heute ist sie einzigartig, da ihr Betrieb von den Kuranlagen getragen wird und das unterirdische System vor allem zur Gewinnung radonhaltigen Wassers genutzt wird.
Der Schachtansatz liegt auf einer Höhe von 725,5 m über dem Meeresspiegel, die Tiefe des Bergwerks beträgt etwa 500 Meter. Der Schacht selbst ist rund 514 Meter tief, und der tiefste Bohrpunkt reicht weitere 334,6 Meter hinab, sodass die tiefsten Bereiche unter dem Meeresspiegel liegen.
Die Grube besitzt zwölf Sohlen – Tages-, Barbora-, Daniel-, erstes und zweites Nepomuk-Niveau, Stollensohle sowie die 2., 5., 7., 8., 10. und 12. Sohle. Die Gesamtlänge der Grubenbaue übersteigt 160 Kilometer. Der Schacht hat ein rechteckiges Profil von etwa 20 m² mit einem Fahrten- und zwei Förderabteilen. Die unteren Sohlen Barbora, Daniel und 12 werden zur Fassung der Quellen genutzt, die übrigen sind nicht zugänglich.
Zusammen mit der Grube Rovnost dient Svornost als Wetterschacht (Ausziehschacht), während der Schacht Josef als Einziehschacht fungiert. Frische Luft tritt durch Josef ein und verlässt das Grubengebäude über Svornost und Rovnost, wodurch eine natürliche Bewetterung entsteht.
Die größten Teufen erreichte der Bergbau hier bereits um 1860, als der Silberabbau allmählich in den Abbau von Uranerzen für die Herstellung von Uranfarben überging.
Geschichte
Die Grube wurde 1518 an der Kreuzung der Silberadern Stella und Sankt Andreas vom rheinischen Unternehmer Georg Schweitzer gegründet und zunächst Kliment genannt. Die später Geschieber genannte Ader gehörte zu den reichsten Silberadern der Region.
Ein Streit um Abbaurechte endete 1525 mit der Vereinigung der Gewerkschaften und der Umbenennung in Einigkeit, also Svornost.
Nach mehreren wirtschaftlichen Schwankungen übernahm 1658 der Staat die Grube und stellte sie auf den Abbau von Arsen- und besonders Kobalterzen um. Um 1700 wurden neue Silbervorkommen entdeckt und der Abbau erneut ausgeweitet.
1801 wurde die Stadt Joachimsthal Eigentümerin der Grube, doch Wasserzuflüsse führten wiederholt zu Überschwemmungen. 1850 übernahm erneut der Staat.
1853 begann der Uranabbau. Das zuvor gefürchtete Mineral Pechblende wurde nun zu einer wertvollen Rohstoffquelle, und bis 1900 wurden hier über 300 Tonnen Uran gefördert.
Der Aufschwung setzte sich dank der Entdeckungen von Marie Curie-Skłodowska und Pierre Curie fort, die Radium weltweit begehrt machten. 1906 entstanden in Joachimsthal die ersten Radonbäder der Welt, und Svornost wurde modernisiert. 1925 besuchte Marie Curie die Grube persönlich.
Während der NS-Zeit wurde Uran für Deutschland gefördert, und nach dem Krieg erfolgte der Abbau für die Sowjetunion. 1949 entstand beim Bergwerk das Arbeitslager Svornost. Der Uranabbau wurde 1964 beendet und die Grube den Kuranlagen übergeben.
Stollen und Wassergewinnung
Der Erbstollen Daniel verbindet Svornost mit Rovnost und führt weiter zu den Kuranlagen. Die Barbora-Stollenanlage gehört zu den ältesten und einst größten Bergwerksstollen Europas.
Der Curie-Stollen wurde ab 1961 vom 12. Niveau aus vorgetrieben, ersetzte den Daniel-Stollen für den Wassertransport und führt das radonhaltige Wasser zu den Kuranlagen. Seine Länge beträgt etwa 2,39 km.
1979 begann der Bau des neuen Entwässerungsstollens Nová Svornost, der 1983 fertiggestellt wurde und heute die unteren Teile der Grube entwässert.
Quellen
Für therapeutische Zwecke werden vier Hauptquellen genutzt – Curie (1924), C1 (1960), Běhounek (1962, die ergiebigste) und Agricola (2000).
Kurperiode
Die Kurphase begann am 1. April 1964 mit der Übernahme durch die Kuranlagen Jáchymov. In den Jahren 1992–1996 erfolgte eine umfassende Rekonstruktion des Schachtes und der Förderanlage. 2002 wurden neue Quellen entdeckt, darunter Agricola. Das Wasser ist im Durchschnitt etwa 13.000 Jahre alt, einige Proben sogar bis zu rund 37.000 Jahre.
Gefährdung 1981
Am 13. März 1981 brach nachts der Damm des Stadtteiches, und Wasser drang in Stadt und Grube ein. Bergleute arbeiteten ununterbrochen, um die Quellen zu sichern. Nur durch schnelles Abdichten und Abpumpen konnte eine Kontamination verhindert werden.
Geologie und Schluss
Die geologischen Untersuchungen bestätigten die außergewöhnliche Vielfalt des Gebietes mit zahlreichen Erzen und über 400 Mineralarten. Viele Uranminerale wurden hier erstmals beschrieben. Svornost gilt daher als eines der bedeutendsten mineralogischen Fundgebiete weltweit.
Fotogalerie: https://mipalfi.rajce.idnes.cz/Jachymov,_Dul_Svornost
Fotogalerie unterirdisch: https://mipalfi.rajce.idnes.cz/Jachymov,_Dul_Svornost_-_podzemi


