GRUBE ROVNOST (WERNERSCHACHT, URSPRÜNGLICH SCHACHT RUDOLF II.)
Die Abteufung des nach Kaiser Rudolf II. benannten Schachtes begann am 20. November 1736. Die Grube gehörte zur Elias-Zeche und sollte reiche Silberadern erschließen. Bis 1825 erreichte der Schacht eine Tiefe von 200 Metern, danach wurden die Arbeiten eingestellt.
Mit der Entwicklung der Uranfarbenproduktion kam es 1850 zu einer Wiederbelebung. Der Schacht wurde auf 256 Meter vertieft und nach dem Besuch des Geologen Abraham Gottlieb Werner, Professor der Bergakademie Freiberg, im selben Jahr in Wernerschacht umbenannt.
Nach einer weiteren Krise um 1900 brachte die Entdeckung von Polonium und Radium neuen Aufschwung. 1913 wurde die Grube modernisiert – mit Stahlfördergerüst, neuen Tagesanlagen sowie elektrischen Pumpen und Fördermaschinen. In den Jahren 1925–1926 erfolgte eine Vertiefung auf die vierte Sohle in 482 Metern, und der Betrieb lief auch während des Zweiten Weltkriegs weiter.
Nach 1945 entstand beim Schacht zunächst ein Lager für deutsche Kriegsgefangene, später ein Lager für politische und retribuční Gefangene. Der ursprüngliche Lagerstandort wurde 1949 aufgegeben, da er auf einer radioaktiven Halde lag, die anschließend abgetragen und in die UdSSR transportiert wurde. Während des Uranabbaus wurde der Schacht schließlich auf 661 Meter vertieft; einschließlich eines Blindschachtes erreichte er 707,7 Meter und wurde damit zum tiefsten Bergwerk der Region. Am 1. Juni 1961 wurde die Grube geschlossen, die Häftlinge nach Příbram verlegt und die Anlage bis 1964 stillgelegt.
Der Schacht Rovnost I. ist in 262 Metern Tiefe mit der Grube Svornost verbunden und dient heute als Wetterschacht. Erhalten blieben u. a. die Kaue, das Torwachhaus, die ehemalige Lagerkrankenstation (heute Hotel Berghof) sowie der Häftlingseingang. Vom Lager führte einst ein Stacheldrahtkorridor zur Grube. Bekannt ist auch der Lagerkommandant Albín Dvořák („Paleček“), für dessen Unterhaltung Häftlinge nahe dem Schacht eine kleine Burg errichten mussten, die in ruinösem Zustand bis heute existiert.
Mit der Rovnost ist auch eine Tragödie von 1983 verbunden, als ein Mineraliensammler in den Bereich von Schacht 12 eindrang und verschüttet wurde. Sein Körper wurde nie gefunden; der Schacht wurde danach stärker gesichert.
Schließlich spielte die Grube auch eine Rolle bei der Entstehung des Kurwesens. 1904 entdeckten die Physiker Meyer und Mache hier stark radioaktive Quellen, später fand Bergverwalter Josef Štěp noch aktivere Wässer, die nach ihm benannt wurden. Diese Wässer wurden zunächst getragen, später über Leitungen in Betriebe und ab 1911 auch in das Kurhaus, das heutige Kurzentrum Agricola, geführt.


