GRUBE JOSEF (HELENA HUBER, KAISER JOSEF II.)
Einleitung
Eines der ältesten und reichsten Bergwerke der Stadt ließ der Gewerke Huber im Jahr 1520 am Schottenberg anlegen und nach seiner Frau Helena Huber benennen. Die Grube gehörte zu den wenigen, die auch nach dem Dreißigjährigen Krieg weiter betrieben wurden, als der Bergbau in Jáchymov stark zurückging.
Geschichte
1764 verkaufte der letzte private Besitzer die Grube an die Stadt Jáchymov, die bereits die benachbarte Grube Svornost besaß, wodurch beide Reviere verbunden wurden. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts führten neue Silberfunde zu einem Aufschwung und zur Modernisierung. Am 30. September 1779 besuchte Kaiser Josef II. die Grube, die daraufhin den Namen Schacht Kaiser Josef II. erhielt. Eine Besonderheit war der historische Pferdegöpel aus dem 16. Jahrhundert, der kurz vor dem Besuch erneuert worden war. 1802 gingen alle Gruben des Reviers in Staatsbesitz über.
Im 19. Jahrhundert wurde hier Pechblende zur Herstellung von Uranfarben gewonnen. Anfang des 20. Jahrhunderts erreichte der Schacht etwa 300 Meter Tiefe und diente auch der Bewetterung des Grubenfeldes über den etwa 700 Meter langen Abschnitt des Erbstollens Sankt Daniel mit einer Pferdebahn für den Abraumtransport. 1901 traf man in der Grube Svornost auf einen starken Wasserzufluss, der auch den Schacht Kaiser Josef II. überflutete. Die Grube wurde geschlossen und teilweise verfüllt, der historische Göpel blieb jedoch erhalten.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Schacht im Zuge des Uranabbaus wieder genutzt. 1948 wurde der historische Göpel abgebaut und nach Kutná Hora gebracht, wo er 1949 im Freigelände des Bergbaumuseums wieder aufgebaut wurde. Über dem Schacht Josef wurde stattdessen eine stählerne Förderanlage installiert, und der Schacht wurde schließlich auf etwa 470 Meter vertieft.
Heutige Nutzung
1962 wurde bei den Arbeiten eine Radonquelle erschlossen, die heute das Sanatorium Běhounek versorgt. Seit 1964 dient der Schacht als Wetterschacht der Grube Svornost und zur Gewinnung von Radonwasser. In den Jahren 1982–1987 erfolgte eine umfassende Umgestaltung mit Neubau einer etwa 15,2 Meter hohen Förderanlage. Damit bleibt die Grube ein wichtiger Bestandteil des Jáchymover Bergbau- und Kurwesens.
Fotogalerie hier: https://mipalfi.rajce.idnes.cz/Jachymov,_Dul_Josef_Helena_Huber


