GRUBE ELIAS UND ELIAS-TAL BEI JOACHIMSTHAL
Einleitung
Die erste Erwähnung eines Bergwerks im Eliastal bei Joachimsthal stammt aus dem Jahr 1512. Im Jahr 1526 wurde hier ein sogenanntes Kehrrad installiert, ein umkehrbares Wasserrad mit einem Durchmesser von etwa 12,5 Metern. Es diente zum Antrieb von Wasserhebemaschinen zur Entwässerung der Grube sowie von Förderanlagen. Die so betriebenen Pumpen konnten Wasser aus Tiefen von rund 190 Metern heben und waren leistungsfähiger als das ältere Antriebssystem des Treibwerks. Um ausreichend Wasser bereitzustellen, wurde am Eliáš-Bach der Heinzen-Teich angelegt, ein Speicherbecken für die Energieversorgung der Bergwerksanlagen. Die Grube Elias ist zusammen mit Rovnost auch auf einer Karte des Militärgeographischen Instituts in Prag aus dem Jahr 1913 verzeichnet.
Älterer Bergbau
Der Schacht Elias folgte einer Erzader, die unter einem Winkel von etwa 60° in die Tiefe verlief, sodass es sich um einen sogenannten geneigten Schacht handelte. Dieser reichte bis zum Niveau des Erbstollens Sankt Barbara. Der ursprüngliche Schacht wurde 1892 verfüllt, nachdem die Modernisierung der Grube Rovnost die Bedeutung von Elias verringerte.
Relikte des Silberbergbaus vom 16. bis zum 19. Jahrhundert finden sich vor allem auf dem Höhenzug Hřeben, wo zahlreiche Pingen und kleinere Halden erhalten sind. Viele Spuren der älteren Bergbautätigkeit wurden jedoch später durch den intensiven Uranabbau des 20. Jahrhunderts zerstört oder überdeckt.
Uranära und Lager
Im Jahr 1946 wurden auf der alten Halde der Grube Elias mehr als 200 Kilogramm Uranerz entdeckt, was die Entwicklung des gesamten Tales veränderte. Zunächst entstand hier ein Kriegsgefangenenlager, und am 29. Juli 1949 wurde an dessen Stelle das Strafarbeitslager Elias I eingerichtet. Insgesamt waren dort 647 Gefangene interniert, von denen 588 in den Bergwerken arbeiteten. Das Lager wurde 1951 nach der Inbetriebnahme des neuen Lagers Elias II geschlossen, das bereits am 8. Dezember 1950 eröffnet worden war. Das ursprüngliche Lager stand auf einer Halde, die später zur Weiterverarbeitung des uranhaltigen Materials abgetragen wurde. Das Lager Elias II wurde am 1. April 1959 aufgelöst. Die Gefangenen wurden sowohl im direkten Abbau als auch in angeschlossenen Betrieben eingesetzt.
Betrieb der Grube
Die Grube Elias bestand aus zwei Förderschächten, Elias und Jiřina. Die Erzaufbereitung erfolgte zwischen 1948 und 1962 in einer Schwerkraftaufbereitungsanlage, ähnlich wie in Bratrství, Eduard, Vykmanov oder Nejdek. In Elias befand sich auch eine zentrale Kompressoranlage, das sogenannte „Turbo“, das die Gruben Elias, Adam, Eva und Rovnost II mit Druckluft versorgte.
Nach 1962 wurde das Absetzbecken der Aufbereitungsanlage beseitigt und die uranhaltigen Schlämme in die Aufbereitungsanlage Mydlovary transportiert. Auch die Gebäude der Aufbereitung, der Grube und des Lagers Elias II wurden abgetragen. Heute finden sich in der Landschaft vor allem Reste der Absetzbecken, das verfallende Gebäude der Kompressoranlage sowie große Halden der Gruben Elias, Eduard, Eva, Rovnost und weiterer Anlagen.
Gedenken und Gegenwart
An die Zeit der Arbeitslager, der Unfreiheit und der Opfer des kommunistischen Regimes erinnert der Pfadfinder-Gedenkhügel mit Kreuz, der am 30. Mai 1992 am Standort des ehemaligen Lagers Elias errichtet wurde. Er erinnert an internierte, hingerichtete und zu Tode gequälte Pfadfinder, die nach dem Verbot ihrer Organisation zur Arbeit in den Uranbergwerken gezwungen wurden.
Seit Januar 2019 steht das Eliastal als bergbauhistorisches Kulturdenkmal unter Schutz. Das Gebiet reicht vom Heinzen-Teich bis zum Wasserbauwerk Eliáš, und durch das Tal führt der Lehrpfad „Jáchymovské peklo“.
Fotogalerie: https://mipalfi.rajce.idnes.cz/Jachymov%2C_Dul_Elias_a_Eliasske_udoli/


