VILLA CARMEN (NR. 334)
Einleitung
Das Haus wurde 1913 nach dem Entwurf des Jáchymover Unternehmers und Baumeisters Franz Rehn für Karl Klier, den Direktor der örtlichen Filiale der Landesbank, errichtet. Stilistisch gehört es zur späten Secession, weist jedoch bereits Elemente des aufkommenden Art déco auf.
Architektur
Es handelt sich um ein zweigeschossiges Reihenhaus mit ausgebautem Dachgeschoss und reicher Stuckdekoration.
Die Hauptfassade ist in drei Fensterachsen gegliedert. Die Mittelachse tritt als flacher Risalit hervor, der von einem baldachinartigen Giebel bekrönt wird. Aus diesem Risalit springt zusätzlich ein Erker vor, der ebenfalls mit einem baldachinartigen Giebel abgeschlossen ist. Dadurch wird die vertikale Achse der Komposition besonders hervorgehoben.
Die Brüstungen der Fenster im Obergeschoss enthalten eine stilisierte Balustrade. Über den Fenstern befinden sich volutengeschmückte Supraporten mit Kartuschen. Über den Fenstern des Erkers ist eine weitere volutengeschmückte Supraporte angebracht, ergänzt durch eine Mädchenbüste sowie eine Kartusche mit dem Namen des Hauses „Carmen“. Unter dem Dach des Erkers ist zudem das Baujahr angebracht.
Der Tympanon des Risalits ist mit einer zentralen ovalen Lüftungsöffnung geschmückt, die von barocken Ranken umgeben ist. Am oberen Abschluss des Giebels befinden sich eine männliche Büste sowie zwei Maskarons, die den repräsentativen Charakter des Gebäudes zusätzlich unterstreichen.
Weitere Nutzung
In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts diente das Haus als Drogerie. Nach 1989 kehrte es in Privatbesitz zurück und wurde in seiner ursprünglichen architektonischen Gestalt erneuert.


