PATRIZIERHAUS NR. 4
Beschreibung
Es handelt sich um ein zweigeschossiges Vorderhaus mit Innenhof. Die Straßenfassade weist unregelmäßig angeordnete Fenster auf und wird von einem Satteldach mit sieben Gauben abgeschlossen. Erdgeschoss und Obergeschoss sind durch ein plastisches Gesims voneinander getrennt.
Das Erdgeschoss wird vom Eingangsportal durchbrochen. Links davon befinden sich zwei segmentbogig geschlossene Fenster mit flachem Schlussstein sowie ein rechteckiges Fenster. Rechts vom Portal liegt ein halbkreisförmig geschlossenes Fenster in einer rechteckigen Stuckrahmung.
Im Obergeschoss befinden sich vier gekoppelte Fenster mit barockisierender Rahmung und blinder Arkade. Die Fenster sind durch rustizierte Lisenen getrennt. Darüber liegen im Zwischengeschoss vier Paare halbkreisförmiger Fensteröffnungen.
Bauelemente
Der Flur ist mit einem relativ hohen Gratgewölbe versehen. Ebenso sind die linken Räume überwölbt. Der Zugang zum Obergeschoss erfolgt über eine abgewinkelte Treppe mit ansteigendem Gewölbe. Das Podest ist mit drei unregelmäßigen Feldern mit Gratgewölben überdeckt.
Im Obergeschoss befindet sich von innen ein schräg gefastes, bogenförmig geschlossenes Portal, das ursprünglich auf eine heute nicht mehr bestehende hölzerne Laube führte. Das Portal zum Dachboden ist in gleicher Weise ausgeführt.
Tor
Das reich geschnitzte Eingangstor aus dem Jahr 1700 stellt ein außergewöhnlich wertvolles Element dar. Die flache Schnitzerei zeigt stilisierte Akanthusmotive, Sonnenblumen und Weintrauben. Das Tor ist an durchbrochenen eisernen Bändern aufgehängt und mit Beschlägen mit Akanthusblättern und Maskaron verstärkt.
Portal
Das Renaissanceportal vom Sitzbanktyp mit attischer Gliederung besitzt abgearbeitete Konsolsitze. Die gotische Archivolte wird von einem jüngeren Schlussstein durchbrochen, über dem sich eine heute unleserliche Jahreszahl befindet.
Decke
Die renaissancezeitliche bemalte Balkendecke wurde in den 1990er Jahren bei der Sanierung des Gebäudes entdeckt. Bis dahin war sie von einer Flachdecke aus der Zeit nach 1873 verdeckt. Heute ist sie Bestandteil einer Privatwohnung.
Verbindung der Schlik mit den Rosenbergern
Peter V. von Rosenberg ernannte am 8. Juli 1544 Graf Albrecht von Guttenstein, Graf Hieronymus Schlik von Passaun und Ulrich Holický von Sternberg zu Vormündern seiner Neffen Wilhelm und Peter Wok. Die Schlik unterhielten bereits zuvor gute Beziehungen zu den Rosenbergern, als entweder Peter IV. von Rosenberg oder Jošt III. von Rosenberg – möglicherweise beide – die Schlik auf dem Landtag bei der Gründung Jáchymovs und insbesondere beim Erwerb des Münzregals unterstützten.
Im Jahr 1588 richtete Kaiser Rudolf II. auf Anraten des obersten Bergmeisters und Prager Münzmeisters Lazarus Ercker von Schreckenfels in Jáchymov ein Amt zum Aufkauf von Silbererzen und Bruchsilber ein. Mit der Leitung dieses Amtes betraute er Wilhelm von Rosenberg. Die königlichen Einnahmen stiegen durch diesen Aufkauf um etwa 1000 Taler jährlich. Der Gewinn wurde je zur Hälfte zwischen dem Herrscher und dem rosenbergischen Konsortium geteilt. Der Ankauf betraf alle Städte des Jáchymover Bezirks. Der Erzverkauf war nicht verpflichtend, doch wer sein Erz hier ablieferte, war vom Zehnten befreit.
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