HAUS NR. 495
Einleitung
Im Jahr 1900 stand das Haus in unmittelbarer Nachbarschaft der Gebäude der städtischen Brauerei. In diesem Jahr betrieb Katti Sauerstein hier das Gasthaus „Fortuna“, obwohl Eigentümer des Hauses R. Günther war. Zur Gaststätte gehörte auch eine Kegelbahn mit einer offenen Bahn von 20 Metern Länge und 1,6 Metern Breite sowie ein hölzerner Pavillon. Es handelte sich faktisch um eine Gartenwirtschaft. Die Kegelbahn mit Pavillon befand sich im Bereich des heutigen Parks.
Umbau im Jahr 1928
Im Jahr 1928 beantragte der Eigentümer Josef Günther eine Baugenehmigung für den Umbau des Hauses. Den Plan erstellte der Baumeister K. Haanl. Dank dieses Plans kennen wir die damalige Raumaufteilung.
Im Erdgeschoss befand sich ein Eingangsflur, links davon ein Speisesaal mit Fenstern zum Platz. Hinter dem Speisesaal lag der Schankraum, also ein fensterloser Raum, und dahinter die Küche, die sich in einem hofseitigen Anbau befand.
Rechts vom Eingangsflur lagen die Stallungen sowie die Treppe ins Obergeschoss, wo sich die Beherbergungszimmer befanden. Im Hof waren Damen- und Herrentoiletten mit Urinal untergebracht.
Hygienische Mängel
Im Jahr 1936 forderte das Bezirksamt in Jáchymov den Eigentümer Josef Günther auf, bauliche Anpassungen vorzunehmen. Gefordert wurde der Einbau einer Lüftung für die Küche und insbesondere für den Schankraum, der keine Fenster besaß, sowie die Einhaltung hygienischer Vorschriften in den Toiletten.
Die Aufforderung erfolgte auf Grundlage einer gewerberechtlichen Inspektion, die durchgeführt wurde, nachdem der Pächter A. Kramer die Genehmigung zur Ausübung seines Gewerbes beantragt hatte.
Zustand nach dem Zweiten Weltkrieg
Weitere Nachrichten stammen erst aus dem Jahr 1964, als das Bauamt Jáchymov dem Hauseigentümer J. Polák aus Rakovník einen Bescheid zustellte, mit dem er verpflichtet wurde, das Haus in ordnungsgemäßen Zustand zu versetzen und die Fassade zu sanieren. J. Polák war in den Nachkriegsjahren in Jáchymov als Fuhrwerksverwalter tätig.
Am 25. Mai 1967 sandte das Bauamt ein Schreiben an das Staatliche Notariat in Rakovník, das den Nachlass von J. Polák verwaltete, zu dem auch dieses Haus gehörte. In dem Schreiben wird festgestellt, dass sich das Gebäude in desolatem Zustand befinde, da es lange unbewohnt gewesen sei. Die Umbaupläne nach dem Brand von 1873 zeugten vom Alter des Bauwerks. Im Erdgeschoss befanden sich zwei Räume und Stallungen, im ersten Stock fünf Räume.
Abschließend wird festgehalten, dass das Haus am Hornické náměstí mit seinem damaligen Erscheinungsbild eine schlechte Kulisse für diesen Platz bilde, dessen historischer Teil ansonsten in Ordnung sei. Im Rahmen des Erbverfahrens wurde das Gebäude von einem Sachverständigen auf 5.000 Kč geschätzt. In der Bewertung heißt es, dass das Haus früher als Gasthof diente, später jedoch das gesamte Erdgeschoss zu Stallungen umgebaut wurde. Das Erdgeschoss sei völlig unbewohnbar und für eine dauerhafte Wohnnutzung ungeeignet.
Die Zeit des Svazarm
In den 1970er Jahren befand sich das Haus im Besitz des Autoklubs Svazarm Jáchymov. Wann das Gebäude dieser Organisation übertragen wurde, ist nicht eindeutig belegt, da entsprechende Unterlagen im Archiv fehlen. Svazarm plante, in dem Haus Garagen mit Werkstatt einzurichten. Im Zuge notwendiger Reparaturen wurde das Dach mit Blechschindeln erneuert.
Abriss
Im März 1984 wies die örtliche Dienststelle der Öffentlichen Sicherheit in Jáchymov darauf hin, dass das Objekt aufgrund seines Zustands die Sicherheit der Fußgänger gefährde. Eine Aufforderung des Bauamtes vom 17. August 1987 zur Sicherung des Gebäudes, adressiert an Svazarm als Eigentümer, blieb offenbar ohne Wirkung. Bereits am 11. September 1987 ordnete dasselbe Bauamt den Abriss an.
Zuletzt diente das Haus im November 1987 als Übungsobjekt für die Einheiten des Zivilschutzes. Die freiwillige Feuerwehr aus Jáchymov führte hier eine Übung zur Bekämpfung eines durch Rauchkörper simulierten Brandes durch.
Der Abriss wurde anschließend vom Betrieb Uranové doly Zadní Chodov durchgeführt, der seine Wurzeln in Jáchymov als Teil der Uranové doly Jáchymov hatte.


