HAUS NR. 282
Einleitung
Das Haus Nr. 282 befindet sich am Platz der Republik im historischen Stadtbereich. Sein heutiges Erscheinungsbild stammt aus der Zeit nach dem großen Stadtbrand von 1873. Architektonisch handelt es sich um ein typisches Bürgerhaus, dessen Bedeutung jedoch in seiner historischen Nutzung liegt.
Geschichte
Seit dem 16. Jahrhundert war die Stadt ein bedeutendes Zentrum des Silberbergbaus, später auch des Uranerzabbaus. Die Förderung radioaktiver Erze bildete die indirekte Grundlage für die Entstehung des Radonheilbades.
Das Haus wurde als gewöhnliches Bürgerhaus mit kombinierter Wohn- und Wirtschaftsfunktion errichtet. Seine herausragende Rolle begann erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts.
Entstehung des Radonheilbades
Im Jahr 1906 richtete der Arzt Leopold Gottlieb auf Initiative des Berghauptmanns Josef Štěp hier einen kleinen Kurbetrieb mit Radonwasser ein. Zwei einfache Badekabinen bildeten den Anfang des später weltbekannten Radonheilbades.
Das Wasser wurde zunächst von dem ehemaligen Bergmann Josef Prenning in einer Tragbutte herbeigeschafft, später per Pferdewagen in Fässern transportiert.
Entwicklung der Kurstadt
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts bestand in Europa großes wissenschaftliches Interesse an der Heilkraft der Radioaktivität. Die Einrichtung des kleinen Kurbetriebes markierte den Beginn der Entwicklung zur Kurstadt. In den 1920er und 1930er Jahren war die Stadt bereits international als Zentrum der Radontherapie bekannt.
Heutige Bedeutung
Das Haus Nr. 282 ist architektonisch nicht außergewöhnlich, besitzt jedoch große symbolische Bedeutung. Es gilt als Wiege des Radonheilbades und steht für den Wandel der Stadt vom Bergbauzentrum zum international anerkannten Kurort.
Fotogalerie:
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