HANDELSZENTRUM TOLAR
Bedarf eines neuen Handelszentrums
Im Kurviertel der Stadt fehlte langfristig ein Handelszentrum. Den Mangel an Geschäften spürten nicht nur die einheimischen Bewohner, sondern auch die Kurgäste beklagten ihn. In der ersten Hälfte des Jahres 1968 wurde daher der Bau eines neuen Handelszentrums beschlossen.
Mit der Realisierung wurde die Firma Konstruktiva Praha beauftragt, die in Jáchymov über eine bauliche Basis in der Nachbarschaft der sogenannten Alten Schule verfügte. Der Bau wurde zugleich in das System der sogenannten „Akce Z“ aufgenommen – also eines Projekts, bei dem der Staat oder die Stadt das Material bereitstellte und die Einwohner einen Teil der Arbeiten unentgeltlich in ihrer Freizeit ausführten.
Bauphase (1968–1970)
Der Bau wurde am 19. September 1968 mit einem Budget von 3,5 Millionen Kčs ohne Innenausstattung begonnen. Noch bis zum Ende des Jahres wurde das Stahlgerüst fertiggestellt, die inneren Trennwände gemauert und mit der Montage der Außenpaneele begonnen.
Ursprünglich rechnete man mit einer Eröffnung Mitte des Jahres 1970. Aufgrund einer leichten Verzögerung wurde das Gebäude jedoch erst im Oktober 1970 fertiggestellt. Die Kosten stiegen inzwischen auf 4,5 Millionen Kčs (ebenfalls ohne Innenausstattung), die im Oktober und November desselben Jahres installiert wurde.
Die feierliche Eröffnung fand am 1. Dezember 1970 statt.
Betrieb des Handelszentrums
Zum ersten Leiter wurde der ehemalige Sekretär des Stadt-Nationalausschusses Stanislav Hlavatý ernannt.
Im Erdgeschoss befand sich das Geschäft PRAMEN mit Abteilungen für Drogeriewaren und Obst sowie ein selbstständiges Geschäft „Fleisch – Wurstwaren“. Im Obergeschoss gab es eine Konditorei, ein Feinkostgeschäft und eine Snack-Bar.
Im Jahr 1973 schlug der Leiter der Fleischerei Josef Masák vor, den ungenutzten Kellerraum zu verwenden. Mit Unterstützung der örtlichen ROH-Organisation wurde dort ab dem 1. Januar 1974 eine Sauna für die Mitarbeiter eingerichtet.
Privatisierung nach 1989
Nach dem politischen Systemwechsel wurde das Gebäude im Jahr 1991 in die erste Runde der sogenannten kleinen Privatisierung mit einem Ausrufungspreis von 5 Millionen Kronen aufgenommen. Die Versteigerung war in mehrfacher Hinsicht außergewöhnlich:
– erste Versteigerung im Gebiet des Westböhmischen Kreises,
– höchster Ausrufungspreis in der Tschechoslowakei,
– erste weibliche Auktionatorin in der Tschechoslowakei (JUDr. Černá).
Die Versteigerung war nicht erfolgreich, und das Objekt gelangte daher in die zweite Runde der Privatisierung, bei der die Teilnahme ausländischen Kapitals erlaubt war.
Neue Eigentümer und Niedergang
Am 22. März 1995 erwarb die Gesellschaft RAM der Herren Kasal und Vaniš das Gebäude. Die Bezeichnung des Gebäudes wurde symbolisch gelöst – vom Namen PRAMEN wurden überflüssige Buchstaben entfernt. Der Name TOLAR überlebte im Volksmund.
Mit der Entwicklung großflächiger Handelsbetriebe im nahegelegenen Ostrov begannen die Gewinne allmählich zu sinken, was zur Schließung einzelner Betriebe und schließlich des gesamten Handelszentrums führte.
Umbau
Das ungenutzte Objekt wurde am 24. Dezember 2013 von den Léčebné lázně Jáchymov erworben. Das Gebäude wurde zu Büroräumen umgebaut. Bei der Rekonstruktion wurde der umlaufende Gehweg entfernt, der es ermöglichte, das Gebäude zu umrunden; der ursprüngliche Name TOLAR wurde jedoch wieder eingeführt.


