DIE BRÜCKEN ÜBER DIE VESEŘICE
Einleitung
Zu Beginn der Stadtgeschichte führte der Weg von Ostrov entlang des Baches Veseřice. Mit dem raschen Wachstum der Stadt musste die Straße dem zunehmenden Verkehr angepasst werden. Allmählich entstand die Reichsstraße, deren Trasse mit Veränderungen bis heute genutzt wird. Eine bedeutende Änderung betraf jedoch den unteren Stadtbereich.
Die ursprüngliche Straße führte um das heutige Radium Palace herum und überquerte zwischen zwei Mühlen – der Herrenmühle und der nicht mehr erhaltenen Mühle auf dem heutigen Parkplatz – das Bachbett der Veseřice.
Geschichte der Brücken
Bereits im 16. Jahrhundert wurden hier drei steinerne Brücken errichtet. Ihre nahezu unveränderte Gestalt stellt ein wertvolles Zeugnis der baulichen Entwicklung und des technischen Könnens jener Zeit dar. Sie belegen nicht nur handwerkliche Qualität, sondern auch die Voraussicht gegenüber möglichen Hochwassern.
Charakteristisch ist ihre schräge Stellung zum Bachlauf. Die Brücken stehen nicht rechtwinklig zu den Ufern, sondern schräg, was vermutlich der ursprünglichen Straßenführung und der Strömungsrichtung angepasst war.
Mit dem Bau einer neuen Straße verlor die Anlage an Bedeutung. Nur eine der Brücken blieb in Nutzung, die übrigen zwei verwuchsen jahrzehntelang. Dennoch überstanden sie selbst schwere Hochwasser, einschließlich der Flut nach dem Bruch des Stadtteichdamms.
2002 kam es zum Einsturz eines Teils der Stützmauer und zur Unterspülung der Straße, wodurch auch die unteren Bereiche der Bögen beschädigt wurden. 2003 wurde die linke Stützmauer instand gesetzt, und eine Rekonstruktion vorbereitet, die jedoch bis 2015 nicht umgesetzt wurde.
Bauliche Gestaltung
Die Brücken bestehen aus zwei untrennbaren Teilen: den eigentlichen Brückenbögen und der steinernen Ausmauerung des tief eingeschnittenen Bachbetts.
Jede Brücke besitzt einen Gewölbebogen und ist schräg zur Bachachse angeordnet. Die Bögen sind aus flachem Bruchstein mit sorgfältigem Mauerverbund errichtet. In gleicher Weise wurden auch die Stützmauern ausgeführt, die aufgrund der Schrägstellung gegeneinander versetzt sind.
Die ursprünglichen Brüstungen wurden jedoch bis auf Fahrbahnniveau entfernt, wodurch ein Teil des historischen Erscheinungsbildes verloren ging.
Schluss
Die Brücken über die Veseřice sind unscheinbare, aber außerordentlich wertvolle Zeugnisse der Renaissancebaukunst. Sie erinnern an den ursprünglichen Verlauf der historischen Straße, an die Blütezeit der Stadt im 16. Jahrhundert und an die entscheidende Rolle der Wasserwirtschaft im Bergbaustädtchen.


