DAS SANATORIUM AKADEMIKER BĚHOUNEK
Einleitung
Das in den Hang oberhalb des Kurzentrums eingefügte Gebäude ist ein Werk des akademischen Architekten A. Tenzer. Zu seinen weiteren Projekten zählen unter anderem das Kinderkrankenhaus in Prag-Motol, Terrassenhäuser in Prag-Libeň sowie das Hotel Jalta am Wenzelsplatz in Prag. Das Sanatorium Běhounek stellt eine seiner bedeutenden Arbeiten im Bereich der Gesundheitsarchitektur dar.
Geschichte des Baus
Der Bau begann im März 1974 und wurde im September 1975 abgeschlossen. Die feierliche Eröffnung fand im Oktober desselben Jahres statt. Die gesamte Bauzeit betrug somit nur neunzehn Monate, was angesichts des Umfangs des Projekts außergewöhnlich kurz war.
Die Projektarbeiten kosteten 2,8 Millionen Kronen, die Gesamtkosten beliefen sich auf 228,2 Millionen Kronen. Aus dem Staatshaushalt wurden 206 Millionen Kronen bereitgestellt, während 22,2 Millionen Kronen vom Auftraggeber, den Tschechoslowakischen Staatskurbädern, getragen wurden.
Die Realisierung erfolgte im Rahmen der Zusammenarbeit der RGW-Staaten. Den Bau führte das jugoslawische Unternehmen „7. juli“ Beograd aus, die technische Ausstattung lieferte der Außenhandelsbetrieb INTEREXPORT Belgrad.
Kapazität und Betrieb
Die ursprüngliche Kapazität betrug 238 Betten. Heute verfügt das Sanatorium einschließlich der Dependancen über etwa 350 Betten, von denen zwölf in sechs Zimmern für körperlich behinderte Personen angepasst sind.
Das Sanatorium wurde als komplexe Einrichtung konzipiert, sodass sämtliche Heil-, Unterkunfts- und Verpflegungsleistungen unter einem Dach konzentriert sind. Die Kurgäste müssen daher keine anderen Gebäude aufsuchen, was den modernen Prinzipien der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entsprach.
Namensgebung
Der ursprüngliche Arbeitsname lautete Sanatorium Radon, in Anlehnung an das wichtigste Heilmittel der Jáchymover Kuren. Die Umbenennung erfolgte zu Ehren des Akademikers František Běhounek, eines Begründers der tschechoslowakischen Atomphysik.
Erneuerung und Gegenwart
Das Sanatorium Akademiker Běhounek ist bis heute eines der wichtigsten Kurgebäude in Jáchymov und prägt das Stadtpanorama maßgeblich. Seine Architektur repräsentiert die Moderne der 1970er Jahre und dokumentiert den damaligen Anspruch, großkapazitäre, zentralisierte Heilzentren zu errichten.


