SAMUEL FISCHER (1547–1600)
Leben
Samuel Fischer wurde am 25. November 1547 in Joachimsthal in eine angesehene Bürgerfamilie geboren. Die Bedeutung der Familie zeigt sich auch darin, dass der berühmte Prediger Johannes Mathesius sowie der damalige Bürgermeister zu seinen Paten gehörten.
Seine erste Ausbildung erhielt er in Joachimsthal. Dort besuchte er die Schule, an der ihn Michael Geiring unterrichtete, der später Pfarrer an der Kirche St. Moritz in Halle wurde.
Auf Empfehlung eines Verwandten setzte Fischer seine Ausbildung an der Schule in Schleusingen in der Grafschaft Henneberg fort. Am 21. September 1561 immatrikulierte er sich an der Universität Wittenberg, einem der wichtigsten Zentren der lutherischen Reformation. Am 29. August 1570 erlangte er dort den Grad eines Magisters der Philosophie.
Kirchliche Tätigkeit
Schon während seiner Studienzeit begann Fischer zu unterrichten. Ab 1567 war er Lehrer an der Stiftsschule in Schmalkalden. Im Jahr 1572 wurde er von Prinz Poppo von Henneberg zum Hofkaplan in Burgbreitungen ernannt.
Zwischen 1576 und 1578 wirkte er als Pfarrer in Schneeberg. Danach übernahm er für sechs Jahre das Amt des Superintendenten und Pastors in Oelsnitz.
Auf Wunsch des Rates der Stadt Meißen wurde er 1583 vom sächsischen Kurfürsten August zum allgemeinen Kircheninspektor ernannt. Im Jahr 1588 erhielt er das Amt des Pfarrers im kaiserlichen Bergstädtchen Schlaggenwald.
Universität Jena
Fischer setzte seine theologischen Studien an der Universität Jena in Thüringen fort. Am 25. November 1589 erhielt er dort den Titel eines Doktors der Theologie. Bereits drei Tage später wurde er zum Pastor und Professor an der theologischen Fakultät berufen.
Am 17. April 1590 zog er endgültig mit seiner Familie nach Jena. Neben seiner Tätigkeit als Professor übernahm er auch wichtige akademische Funktionen. In den Wintersemestern der Jahre 1591 und 1597 war er Rektor der Universität.
Tod
Seine letzte öffentliche Predigt hielt Fischer am 2. April 1600. Bereits am folgenden Tag verhinderten starke Schmerzen, dass er das Bett verlassen konnte.
Samuel Fischer starb am 22. Juni 1600 in Jena und wurde in der Pfarrkirche St. Johannes der Täufer beigesetzt.


