Oldřich Ježek (1931–2020)
Leben und Wirken
Oldřich Ježek wurde 1931 in Frýdek in Nordmähren geboren. Sein Vater war französischer Legionär. Die Familie lebte zunächst kurze Zeit in Karviná und ab Beginn der dreißiger Jahre in der Karpatenukraine in der Stadt Slatina, heute Solotvyno in der Ukraine. Am 15. März 1939 musste die Familie vor der vorrückenden ungarischen Armee fliehen. Über Rumänien, Jugoslawien, Wien und Mähren gelangte sie in die Gegend von Náchod, aus der sein Vater stammte. Dieser erhielt bald eine Stelle als Kantinenwirt im Gebiet von Příbram, wo die Familie die Zeit der deutschen Besatzung verbrachte.
Nach dem Ende des Krieges zog die Familie nach St. Joachimsthal. Seit August 1945 betrieb sein Vater die Gaststätte U Ferdy im Lidový dům. Oldřich Ježek beendete in der Stadt seine Schulausbildung und legte 1949 das Abitur ab. Anschließend studierte er an der Pädagogischen Hochschule in Prag. Bereits während des Studiums begann er als Lehrer zu arbeiten – 1950 unterrichtete er in Krásný Les, im folgenden Jahr in Ostrov und später während des Studiums auch in Suchá und Horní Žďár.
Nach seiner Rückkehr vom Wehrdienst im Jahr 1957 trat er als stellvertretender Direktor in die neue Schule in der Hus-Straße in St. Joachimsthal ein. 1968 wurde er zum Direktor der Schule ernannt. Ein Jahr später musste er jedoch das Schulwesen verlassen, da er das Reformmanifest Manifest 2000 slov unterzeichnet hatte. Danach arbeitete er in Ostrov, zunächst im Betrieb Jitona und später in den Škoda-Werken.
Beziehung zu St. Joachimsthal
Erst in den achtziger Jahren konnte er wieder in das öffentliche Leben der Stadt und in den Lehrerberuf zurückkehren. Nach 1980 wurde er zum Stadtkronisten von St. Joachimsthal ernannt und arbeitete gleichzeitig wieder als Lehrer. Das Amt des Chronisten übte er bis 2006 aus und hielt in dieser Zeit systematisch die Ereignisse und Veränderungen der Stadt fest.
Nach den gesellschaftlichen Veränderungen von 1989 kehrte er auch in die Leitung der Schule zurück. Im Jahr 1990 wurde er erneut zum Direktor der Grundschule in St. Joachimsthal ernannt. Diese Funktion übte er bis 1992 aus, als er in den Ruhestand ging.
Erinnerung und Vermächtnis
Oldřich Ježek gehörte zu den Persönlichkeiten, die sich intensiv mit der Geschichte der Stadt beschäftigten. Er war Mitautor des Buches Jáchymov – město stříbra, radia a léčivé vody und beteiligte sich auch an der Publikation Jáchymov, die für das städtische Kulturzentrum vorbereitet wurde. Über die Geschichte der Stadt schrieb er regelmäßig im Stadtanzeiger, und seine Texte wurden später auch in dem Buch Zápisník jáchymovského kronikáře veröffentlicht. Darüber hinaus verfasste er zahlreiche Artikel und hielt Vorträge über die Geschichte von St. Joachimsthal.
Er war verheiratet und hatte drei Töchter. Nach langer Krankheit starb er am 9. September 2020.


